Gesund­heit: Nur jedes zwei­te Kran­ken­haus in Deutsch­land bil­det aus

Krankenhaus - Flur - Gang - Krankenhausflur - Tropf - TürenFoto: Ein Tropf auf einem Krankenhausflur, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Trotz Fach­kräf­te­man­gels in der Kran­ken­pfle­ge bil­det gera­de ein­mal jede zwei­te Kli­nik in Deutsch­land ent­spre­chen­de Fach­kräf­te aus.

Das geht aus der Ant­wort des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge der Links­frak­ti­on im Bun­des­tag her­vor, über wel­che die Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” in ihren Mon­tags­aus­ga­ben berich­ten. Dem­nach betei­lig­ten sich im Jahr 2017 von den bun­des­weit 1.942 Kran­ken­häu­sern nur 965 an der Aus­bil­dung von Krankenpflege-Fachkräften.

Das ent­spricht einem Anteil von 49,7 Pro­zent. Laut Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um gab es 2017 in den Kran­ken­häu­sern ins­ge­samt 80.285 ent­spre­chen­de Aus­bil­dungs­plät­ze. Nach Anga­ben der Bun­des­agen­tur für Arbeit aus dem Mai ist in fast allen Bun­des­län­dern ein Fach­kräf­te­man­gel in der Kran­ken­pfle­ge zu ver­zeich­nen. Gemel­de­te Stel­len­an­ge­bo­te für exami­nier­te Kran­ken­pfle­ge­fach­kräf­te und ‑spe­zia­lis­ten sind dem­nach im Bun­des­durch­schnitt 154 Tage vakant – 36 Pro­zent län­ger als im Schnitt aller Berufe.

In Zuge der „Kon­zer­tier­ten Akti­on Pfle­ge” war vor der Som­mer­pau­se ver­ein­bart wor­den, die Zahl der aus­bil­den­den Ein­rich­tun­gen in der Kran­ken- und Alten­pfle­ge bis 2023 um zehn Pro­zent gegen­über 2019 zu stei­gern. Tat­säch­lich jedoch lie­gen der Bun­des­re­gie­rung der­zeit kei­ne Zah­len zur Aus­bil­dung in der sta­tio­nä­ren und in der ambu­lan­ten Alten­pfle­ge vor. Erst Ende 2020 sol­len dazu Daten vor­lie­gen. Das geht es aus der Ant­wort des Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­ums auf eine wei­te­re Anfra­ge der Links­frak­ti­on hervor.

Das Minis­te­ri­um will im Herbst eine Infor­ma­ti­ons- und Öffent­lich­keits­kam­pa­gne star­ten, um mehr jun­ge Men­schen für eine Aus­bil­dung in der Pfle­ge zu gewin­nen. Den Anga­ben zufol­ge ste­hen dafür vier Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung. Die Lin­ken-Poli­ti­ke­rin Pia Zim­mer­mann sag­te dem RND, die Pfle­ge-Akti­on wer­de zum Rohr­kre­pie­rer. „Denn die Ver­ein­ba­run­gen ver­schlei­ern den Hand­lungs­be­darf ange­sichts der tat­säch­li­chen Pro­ble­me”, so die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te. „Nun ein­ge­ste­hen zu müs­sen, dass gera­de für die Aus­bil­dung im Bereich der Alten­pfle­ge, in der die Pro­ble­me beson­ders gra­vie­rend sind, erst Ende 2020 Zah­len vor­lie­gen wer­den, ist ein Unding.” Es nut­ze nichts, eine zehn­pro­zen­ti­ge Stei­ge­rung zu for­dern, wenn nie­mand wis­se, wie vie­le Aus­bil­dungs­stät­ten und Aus­bil­dungs­plät­ze es in der Alten­pfle­ge jetzt gebe: „Sol­che Zie­le sind Luft­num­mern für die anste­hen­den Landtagswahlen.”

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.