Skan­di­na­vi­en: Über 1.500 Migran­ten uner­laubt eingereist

Schiffsanleger - Schiffe - Boote - Wasser - Flagge - SchwedenFoto: Sicht auf Boote mit einer Flagge im Hintergrund (Schweden), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­po­li­zei hat von Janu­ar bis Okto­ber die­ses Jah­res 1.569 uner­laub­te Ein­rei­sen aus Skan­di­na­vi­en festgestellt.

Über­wie­gend han­de­le es sich um Migran­ten aus Afgha­ni­stan und Irak, berich­ten die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe unter Beru­fung auf das Innen­mi­nis­te­ri­um von Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Die Flücht­lin­ge wür­den auf dem Land­weg über Däne­mark oder auf dem See­weg aus Schwe­den aufgegriffen.

Der CDU-Innen­po­li­ti­ker Mathi­as Mid­del­berg sag­te den Fun­ke-Zei­tun­gen, Deutsch­land sei eines der Haupt­zi­el­län­der, wenn es um die Wei­ter­wan­de­rung inner­halb Euro­pas gehe. Das Pro­blem der Sekun­där­mi­gra­ti­on in der EU spie­le „eine erheb­li­che Rol­le”. Mid­del­berg for­der­te wirk­sa­me Maß­nah­men, um das Wei­ter­wan­dern inner­halb der EU zu unter­bin­den. „So soll­ten Mit­glied­staa­ten, die ein­mal für Bewer­ber zustän­dig gewor­den sind, dau­er­haft zustän­dig blei­ben. Ein Anspruch auf Sozi­al­leis­tun­gen darf es dann nur in die­sen Staa­ten geben”, sag­te der CDU-Politiker.

Der par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär im Innen­mi­nis­te­ri­um, Ste­phan May­er, rief dazu auf, das Dub­lin-Sys­tem zur Auf­nah­me von Flücht­lin­gen in der EU „effek­ti­ver und ope­ra­bler” zu machen.

Wie das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge auf FUN­KE-Anfra­ge mit­teil­te, hat Deutsch­land im ers­ten Halb­jahr ins­ge­samt 13.146 Über­nah­me­er­su­chen an ande­re EU-Mit­glied­staa­ten gerich­tet. 943 oder 7,2 Pro­zent ent­fie­len auf Schwe­den. Die Haupt­adres­sa­ten sei­en Grie­chen­land, Ita­li­en und Frankreich.

Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um teil­te in der Ant­wort auf eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge der Lin­ken-Frak­ti­on mit: „Zum Stich­tag 30. Juni 2020 hiel­ten sich 28.292 Per­so­nen in Deutsch­land auf, bei denen fest­ge­stellt wur­de, dass ein ande­rer Mit­glied­staat der EU für die Durch­füh­rung des Asyl­ver­fah­rens zustän­dig ist”. Bei 10.932 Per­so­nen, die aus Deutsch­land in einen ande­ren Mit­glied­staat über­stellt wer­den soll­ten, sei die sechs­mo­na­ti­ge Über­stel­lungs­frist abge­lau­fen. Die­se Men­schen dür­fen dann in Deutsch­land bleiben.

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