Tele­gram: Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um will Mes­sen­ger stär­ker regulieren

iPhone - Smartphone - Person - Smartphone-Nutzerin - AppleFoto: Sicht auf eine iPhone-Nutzerin, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um will den Mes­sen­ger-Dienst Tele­gram dem Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz unterwerfen.

Somit wür­de die Platt­form genau­so regu­liert wie die sozia­len Netz­wer­ke Face­book, Twit­ter oder Tik­tok. Die Betrei­ber müss­ten straf­ba­re Inhal­te nach Bekannt­wer­den zeit­nah löschen und ab Febru­ar 2022 auch dem Bun­des­kri­mi­nal­amt mel­den. Über die Plä­ne des Minis­te­ri­ums berich­tet jetzt der „Spie­gel”. Betrof­fen von dem Schritt wären nur die öffent­li­chen Kanä­le von Telegram.

Das zum Minis­te­ri­um gehö­ren­de Bun­des­amt für Jus­tiz geht davon aus, dass die deut­schen Kanä­le ins­ge­samt mehr als zwei Mil­lio­nen Nut­zer haben. Die­ser Schwel­len­wert ist für das NetzDG ent­schei­dend. Das Bon­ner Bun­des­amt hat nach „Spiegel”-Informationen bereits zwei Buß­geld­ver­fah­ren gegen Tele­gram ein­ge­lei­tet, wegen mut­maß­li­cher Ver­stö­ße gegen § 3 und § 5 des NetzDG. Weil Tele­gram laut dem Amt weder die im Gesetz vor­ge­se­he­ne Beschwer­de­mög­lich­keit für straf­ba­re Inhal­te noch einen Ansprech­part­ner mit deut­scher Adres­se hat, dro­hen dem Unter­neh­men Straf­zah­lun­gen von bis zu fünf­ein­halb Mil­lio­nen Euro.

Zwei Anhö­rungs­schrei­ben sind in der Ange­le­gen­heit von Bonn nach Dubai ver­sandt wor­den, wo Tele­gram nach eige­nen Anga­ben sei­nen Fir­men­sitz hat. Sie wur­den am 20. Mai 2021 als Ver­bal­no­te durch die deut­sche Bot­schaft an das Außen­mi­nis­te­ri­um der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te über­mit­telt. Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht setzt sich dar­über hin­aus dafür ein, Tele­gram auf euro­päi­scher Ebe­ne zu regu­lie­ren. „Kei­ne Platt­form, die mil­lio­nen­fach in der EU genutzt wird, darf sich unse­rer Rechts­ord­nung ent­zie­hen”, sag­te Lam­brecht dem „Spie­gel”. Die Zugriffs­zah­len von Tele­gram sind laut Unter­neh­men zuletzt welt­weit stark gestie­gen und sol­len der­zeit bei 570 Mil­lio­nen akti­ven Nut­zern liegen.

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