Wire­card: Erpres­se­ri­sche E‑Mail belas­tet Mar­kus Braun

Wirecard - Firmensitz - Einsteinring - AschheimFoto: Firmensitz der Wirecard am Einsteinring (Aschheim), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der frü­he­re Wire­card-Chef Mar­kus Braun wird im Betrugs­skan­dal durch eine bis­lang unbe­kann­te E‑Mail belastet.

Das berich­tet der „Spie­gel” in sei­ner neu­en Aus­ga­be. Hin­ter­grund ist ein Kon­flikt zwi­schen Wire­card und einer Fir­ma in Sin­ga­pur, einem der Dritt­part­ner, an die der Zah­lungs­ab­wick­ler aus Asch­heim gro­ße Tei­le sei­nes Geschäfts in Asi­en aus­ge­la­gert hat­te. Als die Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft KPMG im Win­ter 2019/2020 in einer Son­der­un­ter­su­chung den vor allem von der „Finan­cial Times” erho­be­nen Betrugs­vor­wür­fen gegen Wire­card nach­ging, woll­ten die Prü­fer auch mit dem Dritt­part­ner spre­chen, der zeig­te sich aber verärgert.

Am 24. Janu­ar schick­te der Chef des asia­ti­schen Unter­neh­mens eine erpres­se­ri­sche E‑Mail an eine Mit­ar­bei­te­rin der Wire­card Bank, die einen Kre­dit zurück­ge­for­dert hat­te. „Ganz ehr­lich”, schrieb der Mana­ger, es „wäre es für uns bes­ser, unse­re Bezie­hung sofort zu been­den und statt­des­sen detail­lier­ter mit der „Finan­cial Times” zu spre­chen”. In Kopie ging die Mail an Braun, den für das Dritt­part­ner­ge­schäft zustän­di­gen Vor­stand Jan Mar­sa­lek und Auf­sichts­rats­chef Tho­mas Eichel­mann. Braun nahm die Dro­hung des Geschäfts­part­ners, bei der „FT” aus­zu­pa­cken, offen­bar nicht zum Anlass, irri­tiert nach­zu­fra­gen. Statt­des­sen knick­te Wire­card ein, der Kre­dit wur­de gestundet.

Bei der Staats­an­walt­schaft hat Braun vor eini­gen Wochen aus­ge­sagt, er habe den Feind immer außer­halb des Unter­neh­mens gese­hen, bei Spe­ku­lan­ten, die auf einen fal­len­den Akti­en­kurs setz­ten, und bei der „Finan­cial Times”, die immer wie­der Betrugs­vor­wür­fe erhob, wel­che Braun stets zurück­wies. Die Fra­ge des „Spie­gel”, war­um Braun auf die E‑Mail nicht anders reagier­te, beant­wor­te­te sein Anwalt nicht.

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