Afgha­ni­stan: Bun­des­re­gie­rung befürch­tet Lageverschlechterung

Deutsche Bundeswehrsoldaten - Bundeswehr - Waffen - EinsatzFoto: Deutsche Bundeswehrsoldaten im Einsatz, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­re­gie­rung befürch­tet eine erheb­li­che Ver­schlech­te­rung der Sicher­heits­la­ge in Afghanistan.

Das geht laut „Spie­gel” aus dem ver­trau­li­chen Bericht einer gemein­sa­men Dele­ga­ti­on von Aus­wär­ti­gem Amt und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um her­vor, die Anfang März vier Tage lang die Lage in Kabul son­dier­te. Dem­nach rech­net die Regie­rung mit einer Ver­schlech­te­rung, soll­te „kei­ne Eini­gung mit den Tali­ban über Art, Umfang und ver­län­ger­te Dau­er der Prä­senz inter­na­tio­na­ler Streit­kräf­te” erzielt wer­den. „Inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen könn­ten wie­der Ziel von Hoch­wert­an­schlä­gen wer­den”, heißt es.

Da der Bun­des­wehr­ein­satz frü­her als der ande­rer NATO-Part­ner ver­län­gert wor­den sei, könn­te die deut­sche Prä­senz „beson­ders in den Fokus gera­ten”. Abso­lu­te „Worst-Case-Sze­na­ri­en, wie zum Bei­spiel ein Bür­ger­krieg mit Sturm auf Kabul” und damit auch die Schlie­ßung der Bot­schaft sei­en „nicht völ­lig aus­zu­schlie­ßen”, heißt es in der Ana­ly­se. „Ein Land­marsch in ein Dritt­land” sei in einem sol­chen Fall abwe­gig. Eine Eva­ku­ie­rung deut­scher Staats­bür­ger müs­se dann über den inter­na­tio­na­len Flug­ha­fen oder die US-Mili­tär­ba­sis Bagram nahe der Haupt­stadt lau­fen. Zwar habe die US-Bot­schaft ange­bo­ten, die deut­schen Kol­le­gen not­falls mit Hub­schrau­bern aus­zu­flie­gen, doch dar­auf sol­le man sich bes­ser nicht verlassen.

„Ange­sichts der hohen Anzahl eige­ner Schutz­be­foh­le­ner ist zu ver­mu­ten, dass die USA im Eva­ku­ie­rungs­fall nur sehr ein­ge­schränkt hel­fen kön­nen”, schrei­ben die Sicher­heits­ex­per­ten und emp­feh­len des­halb die Anmie­tung zivi­ler „Luft­trans­port­ka­pa­zi­tä­ten”. Mit­te März waren laut des Berichts 73 deut­sche Staats­bür­ger in Afgha­ni­stan offi­zi­ell regis­triert. Aller­dings gebe es eine hohe Dun­kel­zif­fer von Dop­pel­staat­lern, die sich dau­er­haft in Afgha­ni­stan auf­hiel­ten und im Kri­sen­fall eben­falls Hil­fe benö­tig­ten. „Auch ohne NATO-Trup­pen wird die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit in Afgha­ni­stan hand­lungs­fä­hig blei­ben und die ent­wick­lungs­po­li­ti­sche Arbeit mit ange­pass­tem Kon­zept und stren­gen Auf­la­gen fort­set­zen”, sag­te Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler (CSU) dem „Spie­gel”.

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