Bay­ern: Land will höhe­re Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge für Ungeimpfte

AOK-Logo - KrankenkasseFoto: Sicht auf das AOK-Logo vor dem Krankenkassengebäude, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der baye­ri­sche Gesund­heits­mi­nis­ter Klaus Holet­schek schlägt vor, finan­zi­el­le Nach­tei­le bei der Kran­ken­ver­si­che­rung zu erwägen.

„Wir soll­ten zusätz­lich auch prü­fen, ob Malus-Rege­lun­gen im Bereich der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung mög­lich und sinn­voll wären”, sag­te Holet­schek dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Sonn­tag­aus­ga­ben). „Denn das Risi­ko für Unge­impf­te, an Coro­na schwer zu erkran­ken, ist deut­lich erhöht”, so der Vor­sit­zen­de der Gesund­heits­mi­nis­ter­kon­fe­renz. Holet­schek nann­te kei­ne Prä­fe­ren­zen. Infra­ge kämen unter ande­rem höhe­re Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge für Unge­impf­te, eine Betei­li­gung an den Behand­lungs­kos­ten oder die Strei­chung des Kran­ken­gel­des. Die bei­den letzt­ge­nann­ten Mög­lich­kei­ten sind bereits gesetz­lich gere­gelt, und zwar bei Fol­ge­be­hand­lun­gen auf­grund von Kom­pli­ka­tio­nen bei Schön­heits­ope­ra­tio­nen, Tat­toos oder Pier­cings. In die­sen Fäl­len „hat die Kran­ken­kas­se die Ver­si­cher­ten in ange­mes­se­ner Höhe an den Kos­ten zu betei­li­gen und das Kran­ken­geld für die Dau­er die­ser Behand­lung ganz oder teil­wei­se zu ver­sa­gen oder zurück­zu­for­dern”, heißt es im Sozi­al­ge­setz­buch. Eine ähn­li­che Rege­lung besteht, soll­te sich der Ver­si­chert die Krank­heit „vor­sätz­lich zuge­zo­gen” haben.

Bereits Anfang Dezem­ber hat­te sich die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung Ber­lin für eine Kos­ten­be­tei­li­gung Unge­impf­ter an Kran­ken­haus­leis­tun­gen aus­ge­spro­chen. Nach einer Aus­wer­tung des Wis­sen­schaft­li­chen Diens­tes der AOK kos­tet die Behand­lung eines Coro­na-Pati­en­ten, der mit einer Ecmo-Maschi­ne beatmet wer­den muss, im Schnitt 92.000 Euro 34.200 Euro sind es bei künst­li­cher Beatmung ohne Ecmo. Im Schnitt rund 5.800 Euro müs­sen für Coro­na-Pati­en­ten auf­ge­wen­det wer­den, die nicht beatmet wer­den müs­sen. Holet­schek for­dert die Bun­des­tags­par­tei­en zudem auf, die Impf­pflicht noch im Janu­ar gesetz­lich auf den Weg zu brin­gen. „Wir müs­sen die all­ge­mei­ne Impf­pflicht zeit­na­he zum Wirk­sam­wer­den der ein­rich­tungs­be­zo­ge­nen Impf­pflicht star­ten”, sag­te der CSU-Poli­ti­ker mit Blick auf das Ende der Über­gangs­frist am 15. März 2022. Bis dahin müs­sen alle Beschäf­tig­ten in Gesund­heits- und Pfle­ge­ein­rich­tung eine voll­stän­di­ge Imp­fung nachweisen.

„Ich weiß aus Gesprä­chen, dass sich vie­le Beschäf­ti­ge in den Gesund­heits- und Pfle­ge­be­ru­fen durch die nur für sie gel­ten­de Impf­pflicht stig­ma­ti­siert füh­len. Sie haben das Gefühl, allein für die Impflü­cken ver­ant­wort­lich gemacht zu wer­den”, so der Minis­ter. „Mit einer all­ge­mei­nen Impf­pflicht sor­gen wir für eine Gleich­be­hand­lung und ver­hin­dern zudem, dass noch mehr Pfle­ge­kräf­te ihren Beruf ver­las­sen”, mahn­te der CSU-Politiker.

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