Ber­lin: 40 Mil­lio­nen Euro För­de­rung für Schutzmasken-Produktion

Frau - Maske - Straßenbahn - U-Bahn - ÖffentlichkeitFrau: Frau mit Maske in einer Straßenbahn, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­re­gie­rung will mit 40 Mil­lio­nen Euro die loka­le Her­stel­lung von medi­zi­ni­schen Schutz­mas­ken gegen das Coro­na­vi­rus fördern.

Das geht aus einem Regie­rungs­do­ku­ment her­vor, über das die „Süd­deut­sche Zei­tung”, NDR und WDR berich­ten. Dem­nach gibt es einen Eng­pass bei der Her­stel­lung von Vlies­stoff. Für medi­zi­ni­sche Schutz­mas­ken sei als „Herz­stück” Vlies­stoff not­wen­dig, der im „Meltblown-Ver­fah­ren” her­ge­stellt wer­de, heißt es in einem Ver­merk über eine Bespre­chung von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) mit dem Coro­na-Kabi­nett am Mon­tag die­ser Woche, über den die Zei­tung berichtet.

Meltblown-Vlies­stof­fe, die in der Mas­ke als Fil­ter die­nen, bestehen aus vie­len Lagen fei­ner Fasern, die auch kleins­te Par­ti­kel aus dem Zustrom der Atem­luft zuver­läs­sig her­aus­fil­tern. Sol­che Fil­ter wer­den in FFP2- und FFP3-Mas­ken ein­ge­setzt, wie sie vor allem in Kran­ken­häu­sern, Arzt­pra­xen und ande­ren Ein­rich­tun­gen im Gesund­heits­we­sen drin­gend benö­tigt werden.

Die Bun­des­re­gie­rung wol­le nun deut­sche Meltblown-Vlies-Pro­du­zen­ten mit För­der­mit­teln in Höhe von 40 Mil­lio­nen Euro dazu brin­gen, ihre Pro­duk­ti­on aus­zu­bau­en. Im Bespre­chungs-Ver­merk des Coro­na-Kabi­netts heißt es aller­dings, der Auf­bau eines ent­spre­chen­den Maschi­nen­parks daue­re drei bis vier Mona­te. Dar­aus las­se sich der Schluss zie­hen, dass Deutsch­land bei Schutz­mas­ken guter Qua­li­tät noch län­ger von Lie­fe­run­gen aus Chi­na abhän­gig sein dürf­te, berich­tet die Zeitung.

Die Bun­des­re­gie­rung setzt laut Ver­merk des Coro­na-Kabi­netts auf „lang­lau­fen­de Ver­trä­ge mit Unter­neh­men, die gegen die Zusi­che­rung bestimm­ter Men­gen und Prei­se die Pro­duk­ti­on von Schutz­mas­ken” in Deutsch­land rasch aus­bau­en oder neu auf­neh­men. Dies wie­der­um setzt aus­rei­chend Vlies­stoff vor­aus, damit sich laut Ver­merk „die Abhän­gig­keit von Dritt­län­dern nun­mehr nicht auf die­ses Vor­pro­dukt verlagert”.

Unter­neh­men, die bis 30. Juni 2020 einen För­der­an­trag stel­len, könn­ten für Pro­duk­ti­ons­an­la­gen einen Zuschuss von 30 Pro­zent der Kos­ten bekom­men, sofern die Vlies-Her­stel­lung noch 2020 beginnt und wei­te­re Auf­la­gen ein­ge­hal­ten wer­den. Pro Fir­ma gebe es maxi­mal zehn Mil­lio­nen Euro, heißt es in dem Bespre­chungs-Ver­merk. Unter­des­sen haben 23 Pfle­ge­ver­bän­de und Gewerk­schaf­ten einen ein­dring­li­chen Hil­fe­ruf an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) gerichtet.

Die Lage für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und Betreu­er sei „gefähr­lich und extrem belas­tend”. Spahn müs­se, „unver­züg­lich dafür zu sor­gen, dass schnellst­mög­lich Schutz­aus­rüs­tung in aus­rei­chen­der Anzahl und Qua­li­tät zur Ver­fü­gung gestellt wird”. Sonst dro­he die Ver­sor­gung, auch in der häus­li­chen Pfle­ge, zusam­men­zu­bre­chen. „Die Ver­pflich­tung für Unter­neh­men, ihre Pro­duk­ti­on umzu­stel­len”, sofern dies tech­nisch mög­lich sei, dür­fe „kein Tabu sein”.

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