Ber­lin: Bun­des­re­gie­rung ver­tei­digt Kür­zung bei Asylsuchenden

Flüchtlinge - Migranten - Migration - Personen - Kinder - Bäume - Büsche - Gebäude - WegFoto: Flüchtlinge mit Kindern, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­re­gie­rung hält an ihrer umstrit­te­nen Rege­lung fest, wonach Asyl­be­wer­ber in Sam­mel­un­ter­künf­ten gerin­ge­re Sozi­al­leis­tun­gen erhalten.

Das hat die Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tä­rin im Sozi­al­mi­nis­te­ri­um, Kers­tin Grie­se (SPD), auf eine Anfra­ge der Grü­nen im Bun­des­tag geant­wor­tet, über die die „Frank­fur­ter Rund­schau” (Sams­tags­aus­ga­be) berich­tet. Asyl­be­wer­ber in Sam­mel­un­ter­künf­ten erhal­ten 35 Euro weni­ger, weil sie durch das Zusam­men­le­ben angeb­lich Geld spa­ren kön­nen, selbst wenn es sich um frem­de Men­schen handelt.

Die Bun­des­re­gie­rung ver­tei­dig­te die­se Rege­lung in ihrer Ant­wort an die Grü­nen-Abge­ord­ne­te Filiz Polat und ihre Kol­le­gen: Es lie­ge „im Ent­schei­dungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers, für sei­ne Ein­schät­zung der not­wen­di­gen exis­tenz­si­chern­den Leis­tun­gen in Ori­en­tie­rung an der tat­säch­li­chen Bedarfs­la­ge eine typi­sie­ren­de Ein­schät­zung der Ver­hält­nis­se vor­zu­neh­men, die nicht sach­wid­rig erscheint”, zitiert die „Frank­fur­ter Rund­schau” aus dem Schreiben.

Die Rege­lun­gen des Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­set­zes sei­en „unab­hän­gig von der aktu­el­len Covid-19-Pan­de­mie” gül­tig, fuhr Regie­rungs­ver­tre­te­rin Grie­se laut der Zei­tung fort. Aller­dings kön­ne man in Ein­zel­fäl­len auch von der Kür­zung abse­hen. Die Grü­nen-Migra­ti­ons­po­li­ti­ke­rin Filiz Polat fin­det die Ant­wort empö­rend. „Abstand­hal­ten pre­di­gen, aber gemein­sa­mes Wirt­schaf­ten ein­for­dern, das ist absurd”, sag­te sie der Zei­tung. „Das ist nicht nur Rea­li­täts­ver­wei­ge­rung, son­dern schlicht­weg poli­ti­sche Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit.” Gera­de in Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie offen­ba­re sich, „dass Asyl­su­chen­den der Anspruch auf eine men­schen­wür­di­ge Behand­lung abge­spro­chen wird”.

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