Ber­lin: FDP for­dert sofor­ti­ges Ende der Grenzkontrollen

Halt Polizei - Schild - Polizei - VerkehrskontrolleFoto: Halt-Stopp-Schild der Polizei bei einer Verkehrskontrolle, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der FDP-Vor­sit­zen­de Chris­ti­an Lind­ner hat ein sofor­ti­ges Ende der Grenz­kon­trol­len und der welt­wei­ten Rei­se­war­nung gefordert.

„Die Gren­zen inner­halb Euro­pas soll­ten geöff­net wer­den. Jeder wei­te­re Tag scha­det den Grenz­re­gio­nen und dem euro­päi­schen Eini­gungs­pro­jekt. Ich weiß nicht, wor­auf der Innen­mi­nis­ter noch war­tet”, sag­te Lind­ner der „Bild am Sonn­tag”. „Auch der Sinn einer Rei­se­war­nung für Öster­reich, Ita­li­en oder Kroa­ti­en erschließt sich mir nicht, wenn es dort kaum noch Neu­in­fek­tio­nen gibt und sich die Län­der wie­der für Tou­ris­ten öff­nen wollen.”.

Die Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung in der Coro­na­kri­se will Lind­ner im Bun­des­tag unter­su­chen las­sen: „Nach der Kri­se soll­te das Coro­na-Manage­ment der Bun­des­re­gie­rung im Par­la­ment auf­ge­ar­bei­tet wer­den. Die Bevöl­ke­rung hat ein Recht dar­auf zu erfah­ren, auf wel­cher Basis die Regie­rung ent­schie­den hat und war­um unser Staat unzu­rei­chend vor­be­rei­tet war.” Der FDP-Chef füg­te hin­zu: „Beim Kata­stro­phen­schutz sind wir nicht auf der Höhe der Zeit. Ich hät­te etwa nicht für mög­lich gehal­ten, dass wir zwar eine natio­na­le „Erb­sen­re­ser­ve” haben, aber kein Depot mit Mil­lio­nen Schutzmasken”.

Kon­kret bemän­gel­te Lind­ner wech­seln­de Ein­schät­zun­gen der Regie­rung beim The­ma Mund- und Nasen­schutz: „Mas­ken gal­ten zum Bei­spiel erst als unnö­tig, dann als Höf­lich­keits­ges­te, nun sind sie Pflicht.” Grund­sätz­lich kri­ti­sier­te der FDP-Chef die Dau­er der Coro­na-Maß­nah­men: „Am Anfang war der Still­stand rich­tig, auf Dau­er war die Rigo­ro­si­tät aber nicht ver­hält­nis­mä­ßig. Stress in Fami­li­en, Angst vor Job­ver­lust, aus­ge­fal­le­ner Unter­richt und ver­scho­be­ne Ope­ra­tio­nen ber­gen Risi­ken. Bei der Bekämp­fung einer Pan­de­mie dür­fen die sozia­len, gesund­heit­li­chen und wirt­schaft­li­chen Kos­ten nicht aus­ge­blen­det werden”.

Die Pan­de­mie habe in Deutsch­land Defi­zi­te offen­ge­legt, die es vor­her gab, so Lind­ner. „Bei der Hand­lungs­fä­hig­keit des Staa­tes, der Digi­ta­li­sie­rung und der Zukunfts­fä­hig­keit vie­ler Bran­chen. Vor Coro­na hat unser Land ger­ne über das bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men und ande­res debat­tiert, wir haben uns einer Wohl­stand­s­il­lu­si­on hin­ge­ge­ben. Jetzt soll­ten wir wie­der dar­über spre­chen, wovon wir mor­gen leben wollen”.

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