Ber­lin: Gegen Abbruch der Türkei-EU-Beitrittsverhandlungen

Flagge - Türkei - rot-weiß - Fahnenmast - Fahne - MastFoto: Sicht auf die türkische Flagge an einem Fahnenmast, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Nor­bert Rött­gen hat im Streit um die Wie­der­eröff­nung der Hagia Sophia als Moschee vor einem end­gül­ti­gen Bruch der Euro­päi­schen Uni­on gewarnt.

„Die Bei­tritts­ver­hand­lun­gen der EU mit der Tür­kei lie­gen inzwi­schen voll­stän­dig und rich­ti­ger­wei­se auf Eis. Aber wir wür­den einen schwe­ren Feh­ler machen, der Tür­kei die Tür zur EU end­gül­tig, das heißt für immer, zuzu­schla­gen”, sag­te Rött­gen der „Rhei­ni­schen Post” und dem Bon­ner „Gene­ral-Anzei­ger” (Sams­tag­aus­ga­ben). Damit wür­de die EU sowohl die Oppo­si­ti­on wie auch die säku­la­ren und demo­kra­ti­schen Kräf­te in der Tür­kei im Stich las­sen. „Die Tür­kei als Land bleibt von stra­te­gi­schem Inter­es­se für Euro­pa, wie Euro­pa von stra­te­gi­schem Inter­es­se für die Tür­kei ist”.

Rött­gen, der auch Bewer­ber für den CDU-Vor­sitz ist, hielt dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten Recep Tayy­ip Erdo­gan vor, die­ser bedie­ne „mit sei­ner Poli­tik einen mus­li­mi­schen und tür­ki­schen Natio­na­lis­mus”. Die Hagia Sophia in Istan­bul sei mit ihrer Geschich­te als Kathe­dra­le, Moschee und Welt­kul­tur­er­be ein Zei­chen der Offen­heit und der Ver­bin­dung der Reli­gio­nen und Kul­tu­ren. „Erdo­gan betreibt mit sei­nem Kul­tur­kampf und sei­ner geziel­ten Pro­vo­ka­ti­on Macht­po­li­tik, und zwar innen- wie außen­po­li­tisch, wie man in Syri­en und in Liby­en sieht”, so der CDU-Politiker.

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