Ber­lin: Kabi­nett bil­ligt Ver­ord­nun­gen zum Energiesparen

Heizung - Heizungsregler - Regler - WandFoto: Sicht auf eine Heizung, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Das Bun­des­ka­bi­nett hat zwei Ver­ord­nun­gen zum Ener­gie­ein­spa­ren auf den Weg gebracht.

Die­se sol­len einen Bei­trag zur Gewähr­leis­tung der Ver­sor­gungs­si­cher­heit leis­ten, teil­te das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um am Mitt­woch mit. Sie beinhal­ten dem­nach Maß­nah­men für die kom­men­de und die über­nächs­te Heiz­pe­ri­ode und adres­sie­ren die öffent­li­chen Kör­per­schaf­ten sowie Unter­neh­men und pri­va­te Haus­hal­te. Neben der Ein­spa­rung von Gas sind auch Maß­nah­men vor­ge­se­hen, die den Strom­ver­brauch sen­ken sol­len. Dies tra­ge dazu bei, die Strom­erzeu­gung mit Gas zu ver­rin­gern, so das Minis­te­ri­um. Eine Ver­ord­nung mit „Kur­frist­maß­nah­men” soll ab dem 1. Sep­tem­ber 2022 gel­ten – sie hat eine Dau­er von sechs Mona­ten. Die zwei­te Ver­ord­nung mit „mit­tel­fris­ti­gen Maß­nah­men” gilt ab dem 01. Okto­ber 2022 und hat eine Gel­tungs­dau­er von 24 Mona­ten. Letz­te­re bedarf noch der Zustim­mung des Bundesrats.

Mit den „Kur­frist­maß­nah­men” sol­len unter ande­rem Mie­ter mehr Spiel­raum bekom­men, um Ener­gie ein­zu­spa­ren. Klau­seln, die eine Min­dest­tem­pe­ra­tur in gemie­te­ten Räu­men vor­se­hen, sol­len vor­über­ge­hend aus­ge­setzt wer­den. Eine Schä­di­gung von Gebäu­den soll in der Regel durch ent­spre­chen­des Lüf­tungs­ver­hal­ten ver­hin­dert wer­den. Für meh­re­re Mona­te soll es zudem ein Ver­bot der Nut­zung bestimm­ter Hei­zungs­ar­ten für pri­va­te Schwimm- und Bade­be­cken geben. Meh­re­re Maß­nah­men betref­fen zudem öffent­li­che Gebäu­de. So sol­len zum Bei­spiel Räu­me, in denen man sich nicht regel­mä­ßig auf­hält, etwa Flu­re oder gro­ße Hal­len, Foy­ers oder Tech­nik­räu­me, in der Regel nicht mehr beheizt wer­den. In öffent­li­chen Nicht­wohn­ge­bäu­den soll zudem eine Luft­tem­pe­ra­tur­höchst­gren­ze von vor­über­ge­hend 19 Grad in Büros nicht über­schrit­ten wer­den. Die bis­her emp­foh­le­ne Min­dest­tem­pe­ra­tur liegt für Büros bei 20 Grad. Dezen­tra­le Trink­was­ser­er­wär­mungs­an­la­gen, ins­be­son­de­re Durch­lauf­er­hit­zer oder dezen­tra­le Warm­was­ser­spei­cher sol­len in öffent­li­chen Gebäu­den abge­schal­tet wer­den. Die Beleuch­tung von Gebäu­den oder Bau­denk­mä­lern von außen mit Aus­nah­me von Sicher­heits- und Not­be­leuch­tung wird unter­sagt. In beheiz­ten Geschäfts­räu­men des Ein­zel­han­dels wird zudem das dau­er­haf­te Offen­hal­ten von Laden­tü­ren und Ein­gangs­sys­te­men, bei deren Öff­nung ein Ver­lust von Heiz­wär­me auf­tritt, ver­bo­ten. Wer­be­an­la­gen sol­len zwi­schen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr nicht mehr beleuch­tet wer­den. Zu den mit­tel­fris­ti­gen Maß­nah­men zäh­len unter ande­rem eine Pflicht zu Hei­zungs­prü­fung und ‑opti­mie­rung sowie ein ver­pflich­ten­der hydrau­li­scher Abgleich für Eigen­tü­mer gro­ßer Gebäu­de mit zen­tra­ler Wär­me­ver­sor­gung. Unter­neh­men sol­len zudem „wirt­schaft­li­che Effi­zi­enz­maß­nah­men” umset­zen müssen.

Die Ver­ord­nun­gen stie­ßen auch inner­halb der Ampel­ko­ali­ti­on bereits auf Kri­tik. Die Wirk­sam­keit der Ver­ord­nun­gen sei „teil­wei­se frag­lich”, sag­te der bau- und woh­nungs­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on, Dani­el Föst. Für Woh­nungs­ei­gen­tü­mer sei­en sie auf­wen­dig, für Mie­ter kaum zu beein­flus­sen. „Frag­lich ist zudem, ob Mil­lio­nen von Hei­zun­gen bin­nen kür­zes­ter Zeit opti­miert wer­den kön­nen”. Wirt­schafts­mi­nis­ter Robert Habeck soll­te sich auf die Heiz­sys­te­me kon­zen­trie­ren, die sehr alt sei­en oder nicht regel­mä­ßig gewar­tet würden.

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