Bot­schaft: Deutsch­land weist rus­si­schen Diplo­ma­ten wegen Spio­na­ge aus

Botschaft der russischen Föderation - Russland-Botschaft - Schild - Wand - GebäudeFoto: Sicht auf das Schild der Botschaft von Russland, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­re­gie­rung hat einen rus­si­schen Diplo­ma­ten des Lan­des ver­wie­sen. Der Mit­ar­bei­ter des Kon­su­lats in Mün­chen wur­de laut eines Berichts des „Spie­gel” zur „uner­wünsch­ten Per­son” erklärt.

Der Mann soll nach Anga­ben von mit dem Vor­gang ver­trau­ten Per­so­nen nur zum Schein als Diplo­mat akkre­di­tiert gewe­sen sein – tat­säch­lich sei er haupt­amt­li­cher Mit­ar­bei­ter des rus­si­schen Aus­lands­ge­heim­diensts SWR gewe­sen. Er war im Rah­men eines Ermitt­lungs­ver­fah­rens des Gene­ral­bun­des­an­walts gegen Ilnur N. auf­ge­flo­gen. Die­sem wer­fen die Ermitt­ler Spio­na­ge für Russ­land vor. N. soll als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter an einem Lehr­stuhl Infor­ma­tio­nen an den SWR wei­ter­ge­lei­tet haben, wel­cher sich unter ande­rem für die Tech­no­lo­gie der euro­päi­schen Trä­ger­ra­ke­te „Aria­ne” inter­es­sier­te. N. wur­de im Som­mer 2021 fest­ge­nom­men, gegen ihn wur­de die­se Woche Ankla­ge vor dem Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen erhoben.

N. sag­te den Ermitt­lern, er habe nicht gewusst, es mit dem rus­si­schen Geheim­dienst zu tun zu haben. Den rus­si­schen Füh­rungs­of­fi­zier von N. indes konn­ten die deut­schen Straf­ver­fol­ger wegen des­sen Diplo­ma­ten­sta­tus nicht belan­gen. Er muss­te kurz nach N.s Fest­nah­me die Bun­des­re­pu­blik ver­las­sen. Der Vor­gang war bis­lang unbe­kannt. Zuletzt waren meh­re­re mut­maß­li­che rus­si­sche Spio­ne auf­ge­flo­gen. Ein exter­ner Dienst­leis­ter soll Lie­gen­schafts­plä­ne des Bun­des­tags wei­ter­ge­ge­ben habe. Ein fest­ge­nom­me­ner Pfört­ner der bri­ti­schen Bot­schaft in Ber­lin soll eben­falls in Diens­ten des Kreml gestan­den haben. Dass bei Ermitt­lun­gen gegen mut­maß­li­che Spio­ne deren Füh­rungs­of­fi­zie­re ent­tarnt wer­den, kommt sel­ten vor.

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