Infra­test: SPD auch in Nord­rhein-West­fa­len stärks­te Kraft

Sozialdemokratische Partei Deutschlands - SPD - Logo - SPD-Logo - Rote Wand - SchildFoto: Sicht auf das Logo der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Nach ihrem Erfolg bei der Bun­des­tags­wahl hat die SPD laut einer neu­en Infra­test-Umfra­ge an Zustim­mung gewonnen.

Laut der Erhe­bung im Auf­trag des WDR-Maga­zins „West­pol” kom­men die Sozi­al­de­mo­kra­ten auf 31 Pro­zent. Dies ist ihr bes­ter Wert seit der Land­tags­wahl 2017. Gut ein hal­bes Jahr vor der Land­tags­wahl ver­zeich­net die CDU deut­li­che Ver­lus­te: Sie kommt auf 22 Pro­zent und ver­liert im Ver­gleich zum vor­he­ri­gen NRW-Trend vom April sechs Punkte.

Wäh­rend sich die Sozi­al­de­mo­kra­ten inner­halb eines hal­ben Jah­res um 13 Punk­te ver­bes­sern, büßen die Grü­nen neun Pro­zent­punk­te ein und könn­ten der­zeit noch mit 17 Pro­zent rech­nen. Die FDP kommt auf 13 Pro­zent (+2). Die AfD erreicht sie­ben Pro­zent (-1), die Lin­ke liegt unver­än­dert bei drei Pro­zent. Wäh­rend die schwarz-gel­be Lan­des­re­gie­rung damit aktu­ell kei­ne Mehr­heit hät­te, wür­de es für SPD und Grü­ne erst­mals seit 2014 im NRW-Trend wie­der knapp zu einer rot-grü­nen Regie­rungs­mehr­heit reichen.

Die Amts­zeit des schei­den­den Minis­ter­prä­si­den­ten Armin Laschet (CDU) wird von jedem zwei­ten Nord­rhein-West­fa­len (51 Pro­zent) nega­tiv bewer­tet, vier von zehn Befrag­ten (42 Pro­zent) zie­hen eine posi­ti­ve Bilanz. Beson­ders kri­tisch sind die jün­ge­ren Bür­ger: nur rund jeder Drit­te (36 Pro­zent) zwi­schen 18 und 39 Jah­ren bewer­tet die Amts­zeit von Laschet posi­tiv. Ein deut­lich posi­ti­ves Fazit zie­hen kurz vor dem Rück­zug des Minis­ter­prä­si­den­ten aus der Lan­des­po­li­tik die Anhän­ger der CDU (80 zu 17 Pro­zent). Selbst unter den Anhän­gern des Koali­ti­ons­part­ners FDP sind knapp die Hälf­te (46 Pro­zent) der Mei­nung, Laschet war kein guter Ministerpräsident.

Die Lan­des­re­gie­rung ins­ge­samt konn­te ihr Anse­hen im Ver­gleich zum April zwar deut­lich ver­bes­sern, wird aber mehr­heit­lich wei­ter kri­tisch bewer­tet. Gut vier von zehn Wahl­be­rech­tig­ten (42 Pro­zent, +9) äußern sich aktu­ell zufrie­den zur Regie­rungs­ar­beit, gut die Hälf­te (54 Pro­zent, ‑10) übt Kri­tik. Wäh­rend sich die CDU-Anhän­ger mehr­heit­lich posi­tiv äußern (71 zu 26 Pro­zent), über­wiegt sogar in den Rei­hen des Koali­ti­ons­part­ners FDP die Ableh­nung (42 zu 54 Prozent).

Lasche­ts Nach­fol­ger als CDU-Lan­des­vor­sit­zen­der und desi­gnier­ter Minis­ter­prä­si­dent ist der der­zei­ti­ge Ver­kehrs­mi­nis­ter Hen­drik Wüst. Der CDU-Poli­ti­ker ist der Mehr­zahl der Nord­rhein-West­fa­len noch unbe­kannt. Die­je­ni­gen, die ihn in den Tagen vor sei­ner Wahl zum Lan­des­vor­sit­zen­den am Sams­tag bewer­ten konn­ten, urtei­len zu sei­ner Per­son eher posi­tiv (24 zu 20 Pro­zent). Deut­lich bekann­ter und belieb­ter sind Wüsts Kabi­netts­kol­le­gen Her­bert Reul und Karl-Josef Lau­mann. Die Arbeit von CDU-Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul bewer­ten 43 Pro­zent posi­tiv, den glei­chen Zustim­mungs­wert erreicht Arbeits- und Gesund­heits­mi­nis­ter Lau­mann. Die FDP-Minis­ter im Lan­des­ka­bi­nett sind weni­ger populär.

Zu FDP-Wirt­schafts­mi­nis­ter Andre­as Pink­wart (25 zu 27 Pro­zent) hal­ten sich aktu­ell Zustim­mung und Ableh­nung in etwa die Waa­ge, eben­so zu Fami­li­en- und Inte­gra­ti­ons­mi­nis­ter Joa­chim Stamp (17 zu 19 Pro­zent). Der stell­ver­tre­ten­de Minis­ter­prä­si­dent und FDP-Lan­des­vor­sit­zen­de ist selbst jedem zwei­ten FDP-Anhän­ger nach vier Regie­rungs­jah­ren unbe­kannt. Schul­mi­nis­te­rin Yvonne Gebau­er ist zwar bekann­ter, zieht aber deut­lich mehr Kri­tik auf sich. 41 Pro­zent der Befrag­ten sind mit ihrer Arbeit unzu­frie­den, nur 18 Pro­zent zufrieden.

Für den NRW-Trend befrag­te Infra­test vom 18. Okto­ber 2021 bis 21. Okto­ber 2021 ins­ge­samt 1.172 Wahl­be­rech­tig­te in Nord­rhein-West­fa­len tele­fo­nisch (764) sowie online (408).

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