Russ­land: Deut­sche Bun­des­re­gie­rung kri­ti­siert Wla­di­mir Putin

Angela Merkel - Wladimir Putin - Bundeskanzlerin - Russischer Präsident - PolitikerFoto: Angela Merkel und Wladimir Putin, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­re­gie­rung hat Äuße­run­gen des rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin auf dem inter­na­tio­na­len Wirt­schafts­fo­rum in St. Peters­burg kritisiert.

Da laut der er die zukünf­ti­gen Gas­lie­fe­run­gen von Russ­land durch die Ukrai­ne vom „guten Wil­len” und dem Ent­ge­gen­kom­men der Ukrai­ne abhän­gig macht. Putin äußer­te sich im Zusam­men­hang mit der Fer­tig­stel­lung des ers­ten Stran­ges der Nord­seepipe­line Nord Stream 2.

Regie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert sag­te der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung” (Mon­tags­aus­ga­be): „Für die Bun­des­re­gie­rung war und ist zen­tral, dass die Ukrai­ne auch mit Nord Stream 2 Gas­tran­sit­land blei­ben muss. Mit dem Tran­sit­ver­trag – der unter Ver­mitt­lung von EU und Bun­des­re­gie­rung zustan­de kam – haben Russ­land und die Ukrai­ne die Wei­chen dafür gestellt und ein wich­ti­ges Signal für die Gewähr­leis­tung der euro­päi­schen Gas­ver­sor­gungs­si­cher­heit gesetzt – und wir erwar­ten, dass die­ses gemein­sa­me Ver­trags­werk auch ein­ge­hal­ten wird”.

Der Ver­trag gilt bis 2024, soll aber fort­ge­setzt wer­den. Der CDU-Außen­po­li­ti­ker Johann Wade­phul sag­te, man drin­ge dar­auf, „dass es eine Fort­set­zung des Gas­lie­fe­rungs­pro­gramms für die Ukrai­ne ohne poli­ti­sche Bedin­gun­gen gibt”. Bei dem Gip­fel­tref­fern zwi­schen Putin und dem ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Joe Biden in Genf wer­de die Ange­le­gen­heit bespro­chen wer­den. Deutsch­land und die USA sei­en sich aber einig dar­in, „dass wir ganz eng zusam­men­ste­hen, um jede poli­ti­sche Erpress­bar­keit der Ukrai­ne zu verhindern”.

Der SPD-Außen­po­li­ti­ker Nils Schmid sag­te, die Äuße­run­gen Putins sei­en „nicht hilf­reich, son­dern irri­tie­rend”. Er gehe aber davon aus, dass Russ­land sich an das Abkom­men über die Gas­durch­lie­fe­run­gen hal­te. Eine Erpress­bar­keit der Ukrai­ne wer­de man nicht hinnehmen.

Der Grü­nen-Abge­ord­ne­te Manu­el Sar­ra­zin sag­te, nun zei­ge sich, dass Russ­land die Ukrai­ne unter Druck set­zen wer­de, sobald Nord Stream 2 in Betrieb genom­men wer­de. „Wer Nord Stream 2 sät, wird rus­si­schen Impe­ria­lis­mus ern­ten”, sag­te Sarrazin.

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