Russ­land: Olaf Scholz ver­tei­digt Tele­fo­na­te mit Wla­di­mir Putin

Olaf Scholz - Bundeskanzler - SPD-Politiker - Dezember 2021Foto: SPD-Politiker und Bundeskanzler Olaf Scholz, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Olaf Scholz hat sei­ne Stra­te­gie ver­tei­digt, mit dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin wei­ter per Tele­fon im Gespräch zu bleiben.

Die ande­ren Län­der Euro­pas sei­en sehr froh über die gemein­sa­me Initia­ti­ve mit dem fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Emma­nu­el Macron, sag­te Scholz am Mitt­woch im Bun­des­tag in der Debat­te über den Etat des Kanz­ler­am­tes. Die Kri­tik kön­ne er nicht nach­voll­zie­hen. Kri­tisch hat­ten sich zuvor unter ande­rem Regie­rungs­ver­tre­ter Polens geäu­ßert. Auch Uni­ons­frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz hat­te Scholz wegen der Tele­fo­na­te ange­grif­fen und dem Kanz­ler vor­ge­wor­fen, mit Putin zu spre­chen, Tref­fen mit hoch­ran­gi­gen ukrai­ni­schen Poli­ti­kern aber gleich­zei­tig zu verweigern.

Die Gene­ral­aus­spra­che zum Kanz­ler­etat ist übli­cher­wei­se der Höhe­punkt der Haus­halts­wo­che. Dabei kommt es tra­di­tio­nell zum Schlag­ab­tausch zwi­schen Regie­rung und Oppo­si­ti­on. Übli­cher­wei­se geht es nicht nur um den Bun­des­haus­halt, son­dern um die gesam­te Bun­des­po­li­tik. Als größ­te Oppo­si­ti­ons­frak­ti­on hat­te die Uni­on am Mitt­woch als ers­tes das Rede­recht. Scholz war der ers­te Red­ner nach Merz. Die­ser hat­te dem Kanz­ler in sei­ner Rede auch eine zu zöger­li­che Poli­tik mit Blick auf den Ukrai­ne-Krieg vor­ge­wor­fen. „Wir haben beschlos­sen, neben der huma­ni­tä­ren Hil­fe auch Waf­fen an die Ukrai­ne zu lie­fern”, sag­te er. Die Bun­des­re­gie­rung sei dem Auf­trag des Bun­des­ta­ges aber nicht nach­ge­kom­men. Es gebe nur noch Ent­täu­schung und Ver­är­ge­rung über die Hal­tung der Regierung.

Auch inner­halb der Ampel­par­tei­en gebe es Unmut, so Merz. Der Oppo­si­ti­ons­füh­rer kri­ti­sier­te auch den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil des Kanz­lers scharf. Scholz sage „mehr als sonst”, aber „unver­än­dert wenig”. Der CDU-Chef for­der­te den Kanz­ler auf, sich dazu zu beken­nen, dass Russ­land in der Ukrai­ne min­des­tens hin­ter die Kon­takt­li­nie vom 24. Febru­ar 2022 zurück­ge­drängt wer­den müs­se. In sei­ner Ant­wort auf Merz‘ Rede reagier­te Scholz unge­wöhn­lich emo­tio­nal. Er warf dem CDU-Chef vor, „immer nur Fra­gen zu stel­len”, sich aber nicht selbst zu posi­tio­nie­ren. „Und wenn, dann wird es pein­lich”, so der Kanzler.

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