SPD: Rufe nach Anschluss­lö­sung für 9‑Eu­ro-Ticket

Düsseldorf Hauptbahnhof - Bahnsteig - Zug - Rhein-Ruhr-Express - RRXFoto: Bahnsteig des Düsseldorfer Hauptbahnhof mit Sicht auf einen RRX-Zug (Düsseldorf)

Die Rufe nach einer Anschluss­lö­sung für das 9‑Eu­ro-Ticket im Öffent­li­chen Nah­ver­kehr wer­den lauter.

Die Rabatt­ak­ti­on habe „ein Win­dow of Oppor­tu­ni­ty geöff­net, das es nun mutig zu nut­zen gilt”, heißt es in einem Brief der SPD-Frak­ti­on in der Bre­mi­schen Bür­ger­schaft an die SPD-Frak­ti­ons­chefs in Bund und Län­dern, über den der „Spie­gel” berich­tet. Befürch­tun­gen, das 9‑Eu­ro-Ticket wer­de nicht ange­nom­men, sei­en schnell wider­legt wor­den, zitiert das Maga­zin aus dem Papier. Die Bre­mer SPD schlägt vor, ab Sep­tem­ber ein Preis­mo­ra­to­ri­um zu ver­ein­ba­ren, um über eine „nach­hal­ti­ge und gerech­te Nach­fol­ge­lö­sung für das 9‑Eu­ro-Ticket” zu bera­ten. In die­ser Zeit müs­se bun­des­weit ein 365-Euro-Jah­res­ti­cket ange­bo­ten wer­den, das auf allen Stre­cken und in allen Ver­kehrs­mit­teln des ÖPNV genutzt wer­den kön­ne. Die Finan­zie­rung die­ses Tickets müs­se haupt­säch­lich der Bund tragen.

Auch die Lin­ken-Vor­sit­zen­de Jani­ne Wiss­ler sprach sich erneut dafür aus, das 9‑Eu­ro-Ticket zu ent­fris­ten und den Nah­ver­kehr per­spek­ti­visch kos­ten­los für alle anzu­bie­ten. Rück­for­de­run­gen und Min­der­aus­zah­lun­gen für Hartz-IV-Bezie­her im Zusam­men­hang mit dem 9‑Eu­ro-Ticket kri­ti­sier­te sie indes­sen als „Büro­kra­tie der sozia­len Käl­te”. „Wenn Men­schen im Hartz-IV-Bezug die Erspar­nis zurück­zah­len müs­sen, kommt die Ent­las­tung aus­ge­rech­net bei denen nicht an, die sie am drin­gends­ten benö­ti­gen”, sag­te sie der „Rhei­ni­schen Post” und dem „Gene­ral-Anzei­ger”. Bis­lang hat­ten Hartz-IV-Bezie­her – abhän­gig von Stadt und Bun­des­land – die monat­li­chen Kos­ten zwi­schen 40 und 50 Euro für ein Schü­ler­ti­cket bezahlt bekom­men. Nun sol­len sie nur noch das Geld für das Neun-Euro-Ticket bekom­men, bezie­hungs­wei­se die Dif­fe­renz zum bereits erhal­te­nen ermä­ßig­ten Ticket wie­der zurück­zah­len. Laut Wiss­ler kom­me dies der Bot­schaft gleich: „Wir wol­len alle ent­las­ten, aber nicht Euch”. Wer ein „sprit­schlu­cken­des Luxus­au­to” fah­re, pro­fi­tie­re von der Ent­las­tung am meis­ten. Wer auf jede Unter­stüt­zung drin­gend ange­wie­sen sei, bekom­me dage­gen das weni­ge wie­der abge­nom­men, sag­te Wissler.

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