Ukrai­ne: Land will Strom­ver­bin­dung nach Russ­land kappen

Strommast - Freileitungsmast - Hochspannungsmast - Strom - GerüstFoto: Sicht auf einen Strommast am Himmel, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Ukrai­ne will ihre Bin­dung an das rus­si­sche Strom­netz kap­pen. Im Febru­ar wer­de man das ukrai­ni­sche Strom­netz meh­re­re Tage lang abkoppeln.

Dies sag­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de des staat­li­chen ukrai­ni­schen Netz­be­trei­bers Ukrener­go, Wolo­dym­yr Kudritskyi, der „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung” (Don­ners­tag­aus­ga­be). Der Test ist eine Vor­aus­set­zung für die im kom­men­den Jahr geplan­te Anbin­dung der Ukrai­ne an das west­eu­ro­päi­sche Strom­netz. Mit­ten im Win­ter will die Regie­rung in Kiew nun bewei­sen, dass ihre Atom‑, Koh­le- und Gas­kraft­wer­ke eine siche­re Ver­sor­gung der 40 Mil­lio­nen Ein­woh­ner mit Strom und Fern­wär­me garan­tie­ren kön­nen. Der Netz­be­trei­ber zeig­te sich zuver­sicht­lich, dass das gelingt: „Wie es aus­sieht, wer­den wir unse­re Zie­le erreichen”.

Die Ukrai­ne ist aus his­to­ri­schen Grün­den an das rus­si­sche Netz und des­sen staat­li­chen Betrei­ber gebun­den. „Die­se Abhän­gig­keit vom rus­si­schen Sys­tem wol­len wir abschaf­fen”, sag­te Kudritskyi. Ziel sei eine grö­ße­re Sys­tem­si­cher­heit, Ver­sor­gungs­si­cher­heit sowie der Zugang zu den euro­päi­schen Strom­märk­ten. Die wegen ihres Fest­hal­tens an Nord Stream 2 in Kiew geschol­te­ne Bun­des­re­gie­rung hat­te ver­spro­chen, den Umbau des ukrai­ni­schen Ener­gie­sys­tems und des­sen Inte­gra­ti­on in einen gemein­sa­men Euro­päi­schen Ener­gie­raum zu för­dern und voranzutreiben.

Ukrener­go-Chef Kudritskyi will dabei mehr Tem­po: „Wir brau­chen nicht mehr Geld, wir brau­chen nur poli­ti­sche Unter­stüt­zung für die Anbin­dung an das west­eu­ro­päi­sche Sys­tem”. Dar­über wol­le er bald in Ber­lin reden, sag­te er der FAZ. „Ich den­ke, dass die Ver­bin­dung mit dem west­eu­ro­päi­schen Netz schon in die­sem Jahr gesche­hen könn­te, und da hät­ten alle etwas davon”.

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