Essen: Jugendlicher lässt sich vom Bahnsteig in den Fahrweg hängen

Bahnhof - Essen-Steele Ost - Bahnsteig - GleiseFoto: Sicht auf den Bahnhof Essen-Steele Ost (Essen)

Sprachlosigkeit und Kopfschütteln verursachten das Verhalten von zwei Jugendlichen, die gestern Mittag in Essen mit ihrem Leben spielten.

Die beiden 15- und 16-jährigen Schüler fanden es offensichtlich lustig, sich vom Bahnsteig in den Fahrweg eines Zuges zu hängen. Gegen 13:40 Uhr wurden Einsatzkräfte der Bundespolizei im Essener Hauptbahnhof zur S-Bahn 1 gerufen. Der 33-jährige Triebfahrzeugführer des Zuges teilte den Bundespolizisten mit, dass er bei der Einfahrt in den Bahnhof Essen-Steele Ost eine Schnellbremsung einleiten musste, um so einen Personenunfall zu verhindern.

Nach Angaben des Bahnmitarbeiters hätten sich die zwei Jugendlichen auf dem Bahnsteig im Bahnhof Essen-Steele Ost aufgehalten. Als er mit der S-Bahn aus einer Kurve – mit einer Geschwindigkeit von circa 80 Km/h – in den Bahnhof einfahren wollte, konnte er beobachten wie sich einer der beiden Jugendlichen, von seinem Begleiter an den Armen in den Gleisbereich habe hängen lassen.

Daraufhin habe er sofort einen Achtungspfiff abgegeben und eine Schnellbremsung eingeleitet. Der Zug sei dann kurz vor dem Bahnsteig zum Stehen gekommen. Das Duo hätte sich daraufhin zurück auf den Bahnsteig begeben. Nachdem er langsam an diesen herangerollt sei, wären beide Jugendlichen in die S-Bahn gestiegen.

Auf Grund der guten Personenbeschreibungen konnten Bundespolizisten das Duo auf dem Bahnsteig ausfindig machen und sie auf ihr lebensgefährliches Verhalten ansprechen. Bei den Jungen handelte es sich um einen 15-Jährigen syrischen Staatsangehörigen aus Essen und einen 16-jährigen Essener.

Die beiden Schüler räumten ihr Verhalten ein und erklärten, dass sie am Bahnsteig nur Spaß machen wollten und sich der Gefahr nicht bewusst gewesen seien, in die sie sich freiwillig begeben hatten.

Bundespolizisten erklärten den beiden Essenern, dass solche „Späße“ mitunter tödlich enden können und informierten sie über die Lebensgefahr, die von Bahnanlagen ausgehen. Zudem wurden die Erziehungsberechtigten über das „Treiben“ ihrer Sprösslinge informiert.

Der Triebfahrzeugführer musste auf Grund des erlittenen Schocks abgelöst werden. Der 33-Jährige hatte nach eigenen Angaben bereits mehrfach ähnliche Sachverhalt mitterleben müssen, von denen einige nicht so glimpflich ausgingen.

Gegen die beiden Jugendlichen leitete die Bundespolizei ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein.

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