Köln: Ord­nungs­dienst der Stadt ent­deckt ille­ga­le Hundezucht

Ordnungsamt - Stadt Köln - Frau - Hundewelpen - Dackel - Illegale Hundezucht - September 2020 - Köln-Ehrenfeld Foto: Frau vom Ordnungsamt Köln bei der illegalen Hundezucht am 02.09.2020 (Köln-Ehrenfeld), Urheber: Stadt Köln

Der Ord­nungs­dienst der Stadt Köln hat am Mon­tag­abend eine ille­ga­le Hun­de­zucht im Stadt­be­zirk Ehren­feld entdeckt.

Die Mit­ar­bei­ten­den haben 19 Dackel, dar­un­ter neun Wel­pen, mit Unter­stüt­zung der Feu­er­wehr Köln und des Vete­ri­när­am­tes sicher­ge­stellt. Die Tie­re sind wohl­auf und nun in einem Tier­heim untergebracht.

Gegen 18:00 Uhr hat­te eine Köl­ne­rin das Ser­vice­te­le­fon des Ord­nungs- und Ver­kehrs­diens­tes (0221/221–32000) ange­ru­fen. Die Bür­ge­rin mel­de­te, dass sich im Gar­ten eines Hau­ses etli­che Hun­de auf­hal­ten, die den gan­zen Tag bell­ten und nicht beauf­sich­tigt sei­en. Sie ver­mu­te­te, dass die Hal­ter die Tie­re allein zurück­ge­las­sen hät­ten. Zwei Mit­ar­bei­ten­de des Außen­diens­tes such­ten dar­auf­hin die Ört­lich­keit auf. Über ein Tor bli­ckend sahen die Ermitt­ler rund zehn Dackel in ver­schie­de­nen Alters­klas­sen im Gar­ten. Auf den dor­ti­gen Stein­plat­ten lag Hun­de­kot, es roch nach Fäka­li­en. Die Mit­ar­bei­ten­den klin­gel­ten, doch nie­mand öff­ne­te. Die Roll­la­den des Hau­ses waren heruntergelassen.

Die Mel­de­rin gab an, die Bewoh­ner des Hau­ses nur sel­ten gese­hen zu haben. Wei­te­re Nach­barn kamen auf die Ermitt­ler zu und berich­te­ten, dass das Gebell seit rund zwei Wochen anhal­te. Die Leit­stel­le des Ord­nungs­diens­tes ermit­tel­te den Haus­ei­gen­tü­mer. Der Außen­dienst besuch­te letz­te­ren und befrag­te ihn. Der Haus­ei­gen­tü­mer reagier­te erschro­cken, als die Mit­ar­bei­ten­den den Grund ihres Besu­ches erklär­ten. Der Eigen­tü­mer hat­te das Haus ver­mie­tet, konn­te dies ent­spre­chend nach­wei­sen. Ein wei­te­res Team des Ord­nungs­diens­tes wur­de hin­zu­ge­zo­gen, wel­ches erneut das Haus auf­such­te, dar­un­ter eine städ­ti­sche Mit­ar­bei­te­rin, die gelern­te Tier­arzt­hel­fe­rin ist. Die­ses zwei­te Ermitt­ler­team konn­te vor Ort Per­so­nen im Haus fest­stel­len. Das ers­te Team mach­te sich zeit­gleich mit dem Ver­mie­ter auf den Weg zum Haus.

Die Ein­satz­kräf­te nah­men das Haus in Augen­schein. Im Erd­ge­schoss ent­deck­ten sie zwei Eltern­tie­re, fer­ner wur­den drei Wel­pen aus dem Kel­ler geholt. Zwi­schen­zeit­lich traf das ers­te Ermitt­ler­team ein und stieß mit dem Ver­mie­ter hin­zu. Der kom­plet­te Kel­ler war mit Hun­de­kot ver­schmutzt. In den dor­ti­gen Räu­men tra­fen die vier Mit­ar­bei­ten­den auf Räu­me, die teils bis zur Decke mit Schmutz­wä­sche gefüllt waren. Es lag Unrat auf dem Boden, es roch nach Fäka­li­en. Im Kel­ler waren wei­te­re Eltern­tie­re mit ihren Wel­pen unter­ge­bracht. Gefä­ße mit sau­be­rem Was­ser oder Fut­ter erblick­ten die Ermitt­ler wäh­rend der Kon­trol­le nicht. Sechs Wel­pen und zwei erwach­se­ne Tie­re wur­den ent­deckt. Bis zu dem Zeit­punkt gin­gen die Ein­satz­kräf­te von rund 20 Tie­ren auf dem Grund­stück und im Haus aus.

Der Ord­nungs­dienst rief das Vete­ri­när­amt an, schil­der­te den Sach­ver­halt. Ämter­über­grei­fend wur­de die Sicher­stel­lung beschlos­sen. Die Tier­ret­tung der Feu­er­wehr Köln und die Köl­ner Poli­zei wur­den hin­ge­zo­gen. Zwei Füh­rungs­kräf­te aus der Leit­stel­le des Ord­nungs­diens­tes kamen eben­so zum Ein­satz­ort. Gegen 21:45 Uhr erfolg­te die Sicher­stel­lung von letzt­lich zehn erwach­se­nen Tie­ren und neun Wel­pen. Für alle Tie­re wur­den Sicher­stel­lungs­pro­to­kol­le erstellt. Es han­del­te sich um Kurz­haar- und Rau­haar­da­ckel. Der ver­meint­li­che Besit­zer bezie­hungs­wei­se Ver­ant­wort­li­che zeig­te sich wäh­rend der gesam­ten Maß­nah­me unein­sich­tig und ver­such­te, die Sicher­stel­lung zu ver­hin­dern. Ob die Tie­re geimpft und gechipt sind, konn­te nicht ermit­telt wer­den. Papie­re lagen nicht vor, eben­so hat­ten die Besit­zer kei­ne Nach­wei­se, dass die Tie­re steu­er­lich ange­mel­det sind.

Die Tier­ret­tung der Feu­er­wehr Köln brach­te die 19 Hun­de in ein Tier­heim. Fer­ner wur­de bei dem Ein­satz fest­ge­stellt, dass die Mie­ter sich an der ent­spre­chen­den Ört­lich­keit nicht mel­de­recht­lich ange­mel­det haben. Ent­spre­chen­de Ermitt­lungs­be­rich­te gehen zur wei­te­ren Ver­an­las­sung ans Vete­ri­när­amt, an die Hun­de­sach­be­ar­bei­tung im Amt für öffent­li­che Ord­nung, ans Bür­ger­amt Ehren­feld und den Bereich Hun­de­steu­er bei der Kämmerei.