NRW: Joa­chim Stamp will Vor­sitz der FDP aufgeben

Doktor Joachim Stamp - FDP-Politiker - Stellvertretender MinisterpräsidentFoto: FDP-Politiker Dr. Joachim Stamp, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der nord­rhein-west­fä­li­sche FDP-Lan­des­vor­sit­zen­de Joa­chim Stamp will den Vor­sitz sei­nes Lan­des­ver­ban­des aufgeben.

Das berich­tet der „Gene­ral-Anzei­ger” (Frei­tags­aus­ga­be). In einer Mail an die Mit­glie­der der NRW-FDP kün­dig­te er dem­nach an, bei der Neu­wahl des Lan­des­vor­stan­des Anfang kom­men­den Jah­res nicht mehr als Lan­des­chef zu kan­di­die­ren. Stamp zieht damit die Kon­se­quenz aus der schwe­ren Nie­der­la­ge bei der Land­tags­wahl am 15. Mai 2022. Dass er dies nicht schon frü­her gemacht hat, also zum Bei­spiel unmit­tel­bar nach der Wahl, begrün­det Stamp in sei­ner Mail an die Mit­glie­der damit, dass er sich „dafür ver­ant­wort­lich füh­le, einen geord­ne­ten Neu­an­fang sicher­zu­stel­len”. Bis zur Neu­wahl des Lan­des­vor­stan­des wol­le er gemein­sam mit Gene­ral­se­kre­tär Moritz Kör­ner den Reform­pro­zess „wei­ter gestalten”.

Unter Stamps Füh­rung und mit ihm als Spit­zen­kan­di­dat hat­te die Lan­des-FDP nur 5,9 Pro­zent der Zweit­stim­men geholt und war aus der Lan­des­re­gie­rung raus­ge­flo­gen. Er selbst ver­lor sei­ne Ämter als Inte­gra­ti­ons- und Fami­li­en­mi­nis­ter sowie als stell­ver­tre­ten­der Minis­ter­prä­si­dent im Kabi­nett. Fünf Jah­re zuvor hat­te die FDP mit dem dama­li­gen Lan­des­vor­sit­zen­den und Spit­zen­kan­di­da­ten Chris­ti­an Lind­ner noch 12,6 Pro­zent geholt. In der vori­gen Wahl­pe­ri­ode saßen noch 28 Libe­ra­le im Düs­sel­dor­fer Par­la­ment. Seit Mai sind es nur noch zwölf. In sei­nem Brief an die Mit­glie­der schreibt der schei­den­de Lan­des­vor­sit­zen­de, dass er sich freue, „mit wel­chem Enga­ge­ment” die Land­tags­frak­ti­on „mit dem neu­en Vor­sit­zen­den Hen­ning Höne und dem Par­la­men­ta­ri­schen Geschäfts­füh­rer Mar­cel Haf­ke eine kla­re und kon­struk­ti­ve Oppo­si­ti­ons­ar­beit vorbereitet”.

Was den Reform­pro­zess der Lan­des­par­tei angeht, so hebt Stamp her­vor, dass unmit­tel­bar nach der Land­tags­wahl ein „umfas­sen­der Struk­tur­pro­zess” begon­nen habe, „bei dem wir unse­re Defi­zi­te in allen Berei­chen auf­ar­bei­ten”. Kon­kret nennt er eine Mit­glie­der­be­fra­gung, an der sich zahl­rei­che Par­tei­freun­de betei­ligt hät­ten und die jetzt gründ­lich aus­ge­wer­tet wer­de. „Eines lässt sich jetzt schon aus dem lau­fen­den Pro­zess able­sen. Wir haben vie­le tol­le Ideen und Mit­glie­der, die bereit sind, zukünf­tig noch mehr Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men.” Er selbst wol­le dem künf­ti­gen Zukunfts­team „bei Bedarf ger­ne mit Rat und Tat zur Sei­te stehen”.

Stamp ist seit 2006 im Lan­des­vor­stand der NRW-FDP. Von 2010 bis 2012 war er Gene­ral­se­kre­tär der Lan­des­par­tei, seit 2012 ist er Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter und war in den ers­ten fünf Jah­ren im Par­la­ment auch stell­ver­tre­ten­der Frak­ti­ons­chef. Was er nach den Jah­ren in der Lan­des­po­li­tik machen wird, da hält sich Stamp in dem Schrei­ben an die Mit­glie­der noch zurück. Er spricht ledig­lich von „neu­en Her­aus­for­de­run­gen”. Der Bon­ner war von 2004 bis zur Über­nah­me des Minis­ter­am­tes 2017 auch Mit­glied im dor­ti­gen Stadt­rat, stets direkt gewählt von den Wäh­lern in sei­nem Hei­mat­wahl­be­zirk Rött­gen / Ückesdorf.

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