Ber­lin: Staats­an­walt­schaft durch­sucht Bundesfinanzministerium

Bundesministerium der Finanzen - BMF - Bundesbehörde - Schild - Gebäude - BerlinFoto: Bundesministerium der Finanzen (Berlin), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Staats­an­walt­schaft Osna­brück durch­sucht seit Don­ners­tag­mor­gen das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um und das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um in Berlin.

Das bestä­tig­te ein Spre­cher der Ermitt­lungs­be­hör­de dem „Spie­gel”. Die Raz­zia begann dem­nach gegen 09:15, vier Beam­te der Osna­brü­cker Poli­zei und sechs Mit­ar­bei­ter der Staats­an­walt­schaft sei­en im Ein­satz, hieß es. Hin­ter­grund ist ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren, wel­ches seit Febru­ar 2020 läuft. Es rich­tet sich gegen nament­lich nicht benann­te Ver­ant­wort­li­che der Finan­cial Intel­li­gence Unit, einer Spe­zi­al­ein­heit des Zolls gegen Geld­wä­sche. Es besteht offen­bar der Ver­dacht auf Straf­ver­ei­te­lung im Amt. Die FIU soll Geld­wä­sche­ver­dachts­mel­dun­gen von Ban­ken „in Mil­lio­nen­hö­he” nicht ord­nungs­ge­mäß an die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den wei­ter­ge­lei­tet haben.

Bereits im Juli 2020 hat­te die Staats­an­walt­schaft die FIU-Zen­tra­le in Köln durch­sucht. Dort sei­en Unter­la­gen gesi­chert wor­den, sag­te der Behör­den­spre­cher nun. Dar­aus gehe her­vor, „dass es zwi­schen der FIU und den nun durch­such­ten Minis­te­ri­en umfang­rei­che Kom­mu­ni­ka­ti­on gab”. Die jet­zi­gen Durch­su­chun­gen hät­ten auch das Ziel, mög­li­che kon­kre­te Beschul­dig­te zu identifizieren.

Die FIU war im Som­mer 2017 gegen die Beden­ken vie­ler Fach­leu­te vom Bun­des­kri­mi­nal­amt zum Zoll über­führt wor­den. Ver­ant­wort­lich dafür war der dama­li­ge Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le. Seit­her reißt die Kri­tik an der Behör­de nicht ab.

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