EU: Mil­lio­nen an zusätz­li­che Coro­na-Impf­do­sen verzichtet

Deutscher Bundestag - Fahnen - Frankreich - Europa - Deutschland - BerlinFoto: Fahnen von Deutschland, Frankreich und der EU, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Deutsch­land und die Euro­päi­sche Uni­on hät­ten offen­bar weit mehr Dosen der knap­pen Impf­stof­fe erhal­ten können.

Gemeint sind hier die Impf­stof­fe des Main­zer For­schungs­un­ter­neh­mens Bio­n­tech und des US-Her­stel­lers Moder­na und hät­ten damit die Coro­na-Pan­de­mie mög­li­cher­wei­se frü­her been­den kön­nen – zumin­dest hier­zu­lan­de. Wie der „Spie­gel” unter Beru­fung auf „Ver­hand­lungs­krei­se” schreibt, habe Bio­n­tech der für alle Mit­glied­staa­ten zen­tral ankau­fen­den EU ursprüng­lich 400 bis 500 Mil­lio­nen Dosen ange­bo­ten. Die Brüs­se­ler Unter­händ­ler bestell­ten jedoch nur 200 Mil­lio­nen Dosen mit einer Opti­on auf 100 Mil­lio­nen wei­te­re, die aber erst spä­ter gelie­fert wer­den kön­nen. Auch Moder­na hat­te der EU bis zu 300 Mil­lio­nen Dosen ange­bo­ten, die EU bestell­te aber nur 80 Mil­lio­nen mit einer Opti­on auf wei­te­re 80 Millionen.

„Wir hät­ten mehr bereit­stel­len kön­nen”, sag­te Moder­na-CEO Ste­pha­ne Ban­cel dem „Spie­gel”. Die EU-Kom­mis­si­on woll­te auf Anfra­ge nicht Stel­lung neh­men. „Wir äußern uns nicht zum Ver­lauf von Ver­hand­lun­gen”, teil­te ein Kom­mis­si­ons­spre­cher mit. Die aus­ge­schla­ge­nen 340 Mil­lio­nen Dosen könn­ten die Euro­pä­er teu­er zu ste­hen kom­men: Rund 70 Pro­zent der Bevöl­ke­rung müss­ten nach Ansicht man­cher Exper­ten geimpft sein, um die Pan­de­mie aus­zu­brem­sen, dafür gibt laut „Spie­gel” aber nicht genü­gend Impf­stoff. Nach Rück­schlä­gen in der Ent­wick­lung wer­den signi­fi­kan­te Men­gen von ande­ren Impf­stoff­her­stel­lern über­wie­gend erst ab Som­mer oder noch spä­ter erwartet.

Der fran­zö­si­sche Phar­ma­kon­zern Sano­fi muss­te eine mög­li­che Zulas­sung für sei­nen Impf­stoff­kan­di­da­ten auf­grund man­geln­der Wirk­sam­keit ver­schie­ben. Der Kan­di­dat des bri­tisch-schwe­di­schen Her­stel­lers Astra­Ze­ne­ca kämpft eben­falls mit Pro­ble­men. „Deutsch­land könn­te auch bila­te­ral direkt bei den Fir­men zusätz­li­chen Impf­stoff nach­kau­fen, und ich fin­de, das soll­ten wir auch tun”, sag­te SPD-Gesund­heits­ex­per­te Karl Lau­ter­bach dem „Spie­gel”. Aller­dings sind die Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten von Bio­n­tech und Moder­na bis zum Som­mer weit­ge­hend aus­ge­las­tet. Nach­be­stel­lun­gen wür­den groß­tei­lig erst in der zwei­ten Jah­res­hälf­te eintreffen.

Bei Gesprä­chen von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel mit den Bio­n­tech-Grün­dern am Don­ners­tag ging es laut „Spiegel”-Bericht auch um die Fra­ge, wie eine geplan­te Bio­n­tech-Pro­duk­ti­on in Mar­burg schnel­ler gestar­tet wer­den kann.

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