Genf: Prä­si­dent des IKRK fürch­tet neue Flücht­lings­wel­le aus Libyen

Suchergebnisse Webergebnisse Internationales Komitee vom Roten Kreuz - Schilder - Eingang - Genf - SchweizFoto: Internationales Komitee vom Roten Kreuz in Genf (Schweiz), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Prä­si­dent des Inter­na­tio­na­len Komi­tees vom Roten Kreuz warnt, dass sich vie­le Men­schen in Liby­en zur Flucht gezwun­gen sehen könn­ten, wenn es nicht schnell gelin­ge, einen glaub­haf­ten poli­ti­schen Pro­zess zu orga­ni­sie­ren und das nord­afri­ka­ni­sche Land zu befrieden.

Liby­en ste­he an einer Weg­schei­de, sag­te Peter Mau­rer der „Süd­deut­schen Zei­tung” (Mon­tags­aus­ga­be). Vie­len Fami­li­en, die bis­lang staat­li­che Gehäl­ter bezo­gen hat­ten, gehe wegen der Unter­bre­chung der Ölpro­duk­ti­on durch den Kon­flikt das Geld aus.

Wenn sich die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on nicht bald nor­ma­li­sie­re, wer­de das Land „in eine sehr schwie­ri­ge Situa­ti­on, in der vie­le Men­schen sich gezwun­gen sehen wer­den, Liby­en zu ver­las­sen”. Mau­rer, der kürz­lich von einer Rei­se nach Liby­en zurück­ge­kehrt ist, sag­te wei­ter, er habe „nicht viel Wil­len erkannt bei den Gesprächs­part­nern in Tri­po­lis und Ben­gasi, zu ver­han­deln”. Die Posi­tio­nen sei­en nach wie vor sehr verhärtet.

Zudem sei er „besorgt zu sehen, wie vie­le frem­de Akzen­te und Spra­chen hör­bar sind, dort wo wir tätig sind, die nicht in Liby­en behei­ma­tet sind”. Das zei­ge, „dass die Rea­li­tät noch weit ent­fernt ist von den poli­ti­schen Bekun­dun­gen” der Ber­li­ner Kon­fe­renz Mit­te Janu­ar und des Fol­ge­tref­fens der Außen­mi­nis­ter am Ran­de der Münch­ner Sicherheitskonferenz.

In Mün­chen hat­ten die Teil­neh­mer sich erneut ver­pflich­tet, das UN-Waf­fen­em­bar­go zu beach­ten. Von einer sta­bi­len Waf­fen­ru­he kön­ne kei­ne Rede sein, sag­te Mau­rer. Es gebe zwar kei­ne gro­ßen Ver­schie­bun­gen der Front­li­ni­en. „Aber das bedeu­tet nicht, dass es kei­ne Gefech­te gibt.” Viel­mehr habe man es zu tun mit einer „insta­bi­len Waf­fen­ru­he ent­lang zahl­rei­cher Front­li­ni­en”, auch in ande­ren Lan­des­tei­len etwa bei Mis­ra­ta und Bengasi.

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