TK: Noch höhe­ren Bei­trags­an­stieg in Kran­ken­ver­si­che­rung befürchtet

Techniker Krankenkasse - TK - Habsburgerring - Eingang - Pilgrimstraße - Köln-Altstadt-SüdFoto: Habsburgerring Eingang der Techniker Krankenkasse (Köln-Altstadt)

Der Chef der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se hat davor gewarnt, dass die Bei­trä­ge in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung stär­ker stei­gen müs­sen als angekündigt.

„Es ist lei­der nicht aus­ge­schlos­sen, dass das Defi­zit in der Kran­ken­ver­si­che­rung noch höher aus­fällt als die bis­her ver­mu­te­ten 17 Mil­li­ar­den Euro, wobei die Dimen­si­on noch unklar ist”, sag­te Jens Baas dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Frei­tag­aus­ga­ben). So wer­de die Kran­ken­ver­si­che­rung durch die Infla­ti­on unterm Strich belas­tet, weil die Kos­ten­stei­ge­run­gen höher sei­en als die Mehr­ein­nah­men durch bes­se­re Lohnabschlüsse.

Außer­dem müs­se befürch­tet wer­den, dass die von Lau­ter­bach geplan­ten Ein­spa­run­gen zum Bei­spiel im Arz­nei­mit­tel­be­reich nicht so hohe Ein­spa­run­gen brin­gen wie erhofft. „Es kann daher durch­aus sein, dass es nicht bei der von Minis­ter Lau­ter­bach genann­ten Bei­trags­an­he­bung um 0,3 Pro­zent­punk­te bleibt”, sag­te Baas. Die­se Zahl sei ohne­hin nicht im Gesetz­ent­wurf des Minis­ters zur Sta­bi­li­sie­rung der Finanz­si­tua­ti­on fixiert. „Alle Unwäg­bar­kei­ten, und die sind groß, gehen zu Las­ten der Bei­trags­zah­len­den”, kri­ti­sier­te Baas. „Es ist ange­sichts der hohen Infla­ti­on und der Ener­gie­preis­ex­plo­si­on nicht akzep­ta­bel, den Ver­si­cher­ten auch noch deut­lich stei­gen­de Sozi­al­bei­trä­ge zuzu­mu­ten”, mahn­te er auch mit Blick auf die Pfle­ge­ver­si­che­rung, in der ein Anstieg des Bei­trags­sat­zes von 3,05 auf 3,4 Pro­zent pro­gnos­ti­ziert wird.

Baas warn­te vor noch höhe­ren Defi­zi­ten im Jahr 2024. „Klar ist auch, dass die­se Bei­trags­an­he­bun­gen nur ein Vor­ge­schmack dar­auf sind, was 2024 not­wen­dig sein wird, wenn nicht end­lich nach­hal­ti­ge Refor­men kom­men”, hob er her­vor. Die bis­he­ri­gen Reform­schrit­te von Lau­ter­bach nann­te er ein Stück­werk. „Es ist, als ob Sie ein Pflas­ter auf eine eitern­de Wun­de kle­ben. Dann sieht man das Pro­blem nicht mehr, aber in Wirk­lich­keit wird alles noch viel schlim­mer”, so der Kassenchef.

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.