Ber­lin: Grü­ne wol­len Hartz IV um 100 Euro monat­lich aufstocken

Bundesagentur für Arbeit-Logo - Schild - Bäume - BAFoto: Sicht auf das Logo der Bundesagentur für Arbeit, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Grü­nen wol­len ange­sichts der Coro­na­kri­se den Regel­satz der Grund­si­che­rung – umgangs­sprach­lich Hartz IV – um monat­lich 100 Euro aufstocken.

Das geht aus einem Antrag der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on her­vor, über den die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Mitt­woch­aus­ga­ben) berich­ten. Wer auf Grund­si­che­rung ange­wie­sen sei, sol­le die­sen „Coro­na-Auf­schlag” zur „Deckung der stei­gen­den Kos­ten für lebens­not­wen­di­ge Grund­be­dar­fe” erhal­ten, heißt es in dem Antrag, den die Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on am Diens­tag beschloss und der bereits am Mitt­woch in ers­ter Lesung in den Bun­des­tag ein­ge­bracht wer­den soll.

Wer bereits einen Mehr­be­darfs­zu­schlag auf den Regel­satz erhal­te, also bei­spiels­wei­se Men­schen mit Behin­de­run­gen, chro­nisch Kran­ke, Schwan­ge­re oder Allein­er­zie­hen­de, sol­le einen antei­li­gen Auf­schlag auf den der­zei­ti­gen Satz erhal­ten. Anspruchs­be­rech­tig­te Kin­der und Jugend­li­che soll­ten zudem einen monat­li­chen Zuschlag in Höhe von 60 Euro erhal­ten, um „den Weg­fall ver­schie­de­ner Leis­tun­gen nach dem Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket sowie stei­gen­de Kos­ten etwa für Lebens­mit­tel zu kom­pen­sie­ren”, heißt es in dem Antrag weiter.

„Der Regel­satz in der Grund­si­che­rung hat schon vor der Coro­na-Pan­de­mie kaum zum Leben gereicht. Längst haben sich Men­schen in der Grund­si­che­rung dar­auf ein­ge­stellt, mit dem Essens­an­ge­bot der Tafeln und ande­ren Hil­fen den viel zu nied­ri­gen Regel­satz aus­zu­glei­chen”, sag­te Sven Leh­mann, sozi­al­po­li­ti­scher Spre­cher der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, den Zei­tun­gen. Bestehen­de Hil­fe­sys­te­me wür­den in der Kri­se aber weg­bre­chen, die Grund­si­che­rungs­be­zie­her sei­en davon beson­ders betrof­fen. „Vie­le Tafeln muss­ten schlie­ßen, Lebens­mit­tel wer­den teu­rer und die meis­ten Kin­der kön­nen nicht län­ger das kos­ten­lo­se Mit­tag­essen in Kita oder Schu­le in Anspruch neh­men”, so der Grü­nen-Poli­ti­ker weiter.

Zudem kri­ti­sier­te er den der­zei­ti­gen Kurs der Bun­des­re­gie­rung. „Die Bun­des­re­gie­rung regiert in der Kri­se an Men­schen in Armut vor­bei”, sag­te Leh­mann den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe. Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil (SPD) ver­wei­ge­re „bis­her eine Erhö­hung der Grund­si­che­rung” und insze­nie­re „statt­des­sen öffent­lich Armen­spei­sun­gen. Das ist eine Rol­le rück­wärts in eine Sozi­al­po­li­tik des letz­ten Jahr­hun­derts”, so der Grünen-Politiker.

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