Ber­lin: Lind­ner für Locke­rung des Ver­kaufs­ver­bots am Sonntag

Einkaufswagen - Drahtkorb - Schubwagen - REWE - SupermarktFoto: Einkaufswagen vor einem Supermarkt, Urheber: dts Nachrichtenagentur

FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner hat sich für eine Locke­rung des Ver­kaufs­ver­bots am Sonn­tag ausgesprochen.

„Mir wür­de schon rei­chen, wenn die Kom­mu­nen an zwölf Sonn­ta­gen im Jahr die Geschäf­ten öff­nen könn­ten”, sag­te Lind­ner den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Frei­tag­aus­ga­ben). „Wenn uns das rechts­si­cher gelingt, ohne dass die Kom­mu­nen eine Kla­ge der Gewerk­schaf­ten fürch­ten müs­sen, wäre viel erreicht”. Dabei müs­se nie­mand sechs oder sie­ben Tage arbei­ten, füg­te er hin­zu. Bei den Beschäf­tig­ten kön­ne das über Arbeits­zeit­mo­del­le abge­fe­dert werden.

Die Kon­sum­lau­ne der Men­schen las­se sich zudem „über die Psy­cho­lo­gie ver­än­dern”, sag­te Lind­ner. „Wenn wir fort­wäh­rend über eine zwei­te Infek­ti­ons­wel­le spre­chen, dann schürt das natür­lich Ängs­te. Ich wür­de eher dar­auf abstel­len, dass unser Gesund­heits­sys­tem mit der ers­ten Wel­le fer­tig gewor­den ist – bes­ser als gedacht und im inter­na­tio­na­len Ver­gleich sehr vor­zeig­bar.” Coro­na sei „zur­zeit beherrschbar”.

Zur Bekämp­fung des Fach­kräf­te­man­gels rief Lind­ner die Regie­rung dazu auf, Unter­neh­men die Ein­stel­lung von Aus­zu­bil­den­den und auch von regu­lär Beschäf­tig­ten zu erleich­tern. „Der Staat soll­te bei allen Aus­zu­bil­den­den und auch bei allen regu­lär Beschäf­tig­ten, die in den kom­men­den sechs Mona­ten ein­ge­stellt wer­den, die Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge kom­plett über­neh­men”, sag­te er. „Das schafft einen Anreiz, die Aus­bil­dung nicht zu ver­nach­läs­si­gen und neue Arbeits­plät­ze zu schaf­fen”. Dar­über hin­aus sol­le alles zurück­ge­stellt wer­den, was eine zusätz­li­che Hür­de bedeu­te für den Auf­bau von Beschäf­ti­gung. „Wir brau­chen ein Büro­kra­tie-Mora­to­ri­um für die­je­ni­gen, die Arbeits­plät­ze schaf­fen kön­nen”, for­der­te Lind­ner. „Unser Leit­satz muss sein: Vor­fahrt für Arbeit. Also Pla­nungs­recht, Steu­ern, Inves­ti­ti­on auf die­se Prio­ri­tät ausrichten”.

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