Bun­des­tag: Wei­te­re Ände­rung des Infektionsschutzgesetzes

Bundestagsplenum - Bundestag - Plenum - Abgeordneten - BerlinFoto: Sicht auf das Bundestagsplenum (Berlin), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Bun­des­tag hat eine wei­te­re Ände­rung des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes beschlos­sen. In nament­li­cher Abstim­mung votier­ten am Frei­tag 571 Abge­ord­ne­te für die Neuerungen.

80 stimm­ten dage­gen und 38 ent­hiel­ten sich. Neben der Ampel-Koali­ti­on, die 416 Man­da­te hat, hat­te zuvor auch die Uni­on schon ihre Zustim­mung ange­kün­digt, die AfD woll­te dage­gen stim­men und die Lin­ke sich ent­hal­ten. Thü­rin­gens Minis­ter­prä­si­dent Bodo Rame­low (Lin­ke) will aber ent­ge­gen der Par­tei­li­nie im Bun­des­rat zustim­men. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach (SPD) hat­te in der Debat­te gesagt, die Poli­tik müs­se vor­ge­hen wie Medi­zi­ner. „Hat sich der medi­zi­ni­sche Befund ver­än­dert, dann müs­sen auch die the­ra­peu­ti­schen Maß­nah­men ent­spre­chend ange­passt wer­den”, so Lauterbach.

Die Ände­rung sieht ab dem 15. März 2022 eine Impf­pflicht für das Per­so­nal in Gesund­heits- und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen vor. Um die Auf­fri­schungs­imp­fun­gen zu beschleu­ni­gen, sol­len auch Zahn­ärz­te, Tier­ärz­te und Apo­the­ker vor­über­ge­hend Imp­fun­gen gegen das Coro­na­vi­rus ver­ab­rei­chen dür­fen, sofern sie ent­spre­chend geschult sind.

Für in der Coro­na­kri­se beson­ders belas­te­te Kran­ken­häu­ser ist erneut ein finan­zi­el­ler Aus­gleich vorgesehen.

Das neue Infek­ti­ons­schutz­ge­setz ent­hält jetzt auch eine Prä­zi­sie­rung der künf­tig aus­ge­schlos­se­nen und wei­ter­hin mög­li­chen Schutz­vor­keh­run­gen der Län­der nach Para­graf 28a IfSG. Dem­nach sind nun nur noch all­ge­mei­ne Aus­gangs­be­schrän­kun­gen, Rei­se­ver­bo­te und die Unter­sa­gung von Über­nach­tungs­an­ge­bo­ten aus­ge­schlos­sen. Mög­lich ist aber, gas­tro­no­mi­sche Ein­rich­tun­gen oder Frei­zeit- und Kul­tur­ein­rich­tun­gen wie etwa Dis­ko­the­ken und Clubs zu schlie­ßen sowie Mes­sen und Kon­gres­se zu untersagen.

Zum Aus­lau­fen der Fest­stel­lung der „Epi­de­mi­schen Lage von natio­na­ler Trag­wei­te” hat­te die Ampel schon vor der offi­zi­el­len Koali­ti­ons­bil­dung im Novem­ber eine Ände­rung des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes beschlos­sen, die den Län­dern nicht weit genug ging.

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