Hanau: SPD macht zum Jah­res­tag die AfD mitverantwortlich

Hanau-Attentat - Februar 2020 - Sky - Midnight Shisha Bar Lounge - tipwin - Hessen - HanauFoto: Attentat am Februar 2020 auf die Shisha-Bar Midnight in Hessen (Hanau), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Ein Jahr nach dem rechts­ex­tre­men Anschlag in Hanau hat der Vor­sit­zen­de der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on die AfD scharf attackiert.

„Die Fein­de unse­rer Demo­kra­tie ver­gif­ten ganz gezielt das gesell­schaft­li­che Kli­ma, um Zwie­tracht zu schü­ren und Men­schen gezielt zu Hass­ob­jek­ten zu machen”, sag­te Rolf Müt­zenich dem „Spie­gel”. „Mit der AfD sit­zen die­se geis­ti­gen Brand­stif­ter auch in unse­ren Par­la­men­ten. Durch die Wor­te von Höcke, Gau­land und Co. füh­len sich Täter wie der Mör­der von Hanau bestä­tigt und schrei­ten zur unsäg­li­chen Tat. Dem müs­sen wir ent­ge­gen­tre­ten, auch gesetzlich”.

Am 19. Febru­ar 2020 hat­te der 43-jäh­ri­ge Deut­sche Tobi­as R. in Hanau neun Men­schen mit aus­län­di­schen Wur­zeln erschos­sen, bevor er mut­maß­lich sei­ne Mut­ter und sich selbst töte­te. Zuvor hat­te R. Pam­phle­te und Vide­os mit Ver­schwö­rungs­theo­rien und ras­sis­ti­schen Inhal­ten im Inter­net veröffentlicht.

Müt­zenich sprach den Ange­hö­ri­gen sein Mit­ge­fühl aus und beklag­te, bis heu­te sei­en Fra­gen über die Abläu­fe der Tat unbe­ant­wor­tet geblie­ben. „Ich unter­stüt­ze daher die For­de­run­gen der Ange­hö­ri­gen nach lücken­lo­ser Auf­klä­rung des Tat­her­gangs, der Moti­ve und des Umgangs mit den Ange­hö­ri­gen in der Nacht und den Tagen dar­auf.” Betrof­fen­heit rei­che aber nicht aus, sag­te Müt­zenich wei­ter. „Wir haben des­halb den Kampf gegen Ras­sis­mus und Rechts­ex­tre­mis­mus noch fokus­sier­ter zu unse­rem poli­ti­schen Ziel gemacht”.

Ein Ergeb­nis sei der Kabi­netts­aus­schuss gegen Rechts­ex­tre­mis­mus, der mitt­ler­wei­le 89 kon­kre­te Maß­nah­men gegen Ras­sis­mus in all sei­nen Facet­ten, gegen rechts­ex­tre­mes Gedan­ken­gut, sowie gegen Hass und Het­ze beschlos­sen habe.

SPD-Chef Nor­bert Wal­ter-Bor­jans rief unter­des­sen Staat und Bür­ger dazu auf, Rechts­ex­tre­mis­mus ent­schlos­sen ent­ge­gen­zu­tre­ten. „Bei der Auf­klä­rung und Ver­fol­gung rechts­ex­tre­mer Umtrie­be darf es kei­ner­lei Tole­ranz geben”, sag­te er den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe. „Aber nicht nur staat­li­che Insti­tu­tio­nen, wir alle sind gefor­dert, Zivil­cou­ra­ge zu zei­gen und den Mund auf­zu­ma­chen.” Wal­ter-Bor­jans sprach von einem Tag der Mah­nung. „Wir müs­sen Sor­ge dafür tra­gen, dass die bru­ta­le Tat eines Rechts­ex­tre­mis­ten uns allen als war­nen­des Bei­spiel in Erin­ne­rung bleibt”, sag­te er. Dies Mor­de in Hanau sei­en ein Glied in einer Ket­te von mehr als 200 Mor­den mit rechts­ex­tre­mem Hin­ter­grund in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. „Das ver­bie­tet jed­we­des Klein­re­den der men­schen­ver­ach­ten­den Geis­tes­hal­tung, die dahin­ter steht”, so Walter-Borjans.

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