IfSG: Bun­des­re­gie­rung einigt sich auf Coro­na-Regeln ab Oktober

Straßenbahn - U-Bahn - Fahrgast - MaskenFoto: Vollbesetzte U-Bahn während der Corona-Pandemie, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um und das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um haben einen Vor­schlag für eine Fort­ent­wick­lung des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes erarbeitet.

Das teil­ten die Minis­te­ri­en am Mitt­woch­nach­mit­tag mit. Der Vor­schlag sieht lage­an­ge­pass­te Rechts­grund­la­gen vom 01. Okto­ber 2022 bis zum 07. April 2023 vor. Die bis­he­ri­gen pan­de­mie­be­ding­ten Son­der­re­ge­lun­gen des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes wer­den bis zum 30. Sep­tem­ber 2022 befris­tet. „Deutsch­land soll bes­ser als in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf den nächs­ten Coro­na­win­ter vor­be­rei­tet sein”, sag­te Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach zu den neu­en Rege­lun­gen. Dafür habe man einen 7‑Punk­te-Plan ent­wi­ckelt. „Die jetzt ver­ein­bar­ten Anpas­sun­gen des IfSG sind Teil die­ses Plans zur Umset­zung der Coro­na-Herbst­stra­te­gie. Impf­kam­pa­gne mit neu­en Impf­stof­fen, Pan­de­mie­ra­dar mit tages­ak­tu­el­len Daten, Test- und Behand­lungs­kon­zep­te, Schutz­kon­zep­te für Pfle­ge­hei­me und ein rechts­si­che­rer Rah­men für Schutz­maß­nah­men: Damit kön­nen wir arbei­ten”. Mit einem sol­chen IfSG-Stu­fen­mo­dell gebe man Bund und Län­dern „rechts­si­che­re Werk­zeu­ge” zur Pan­de­mie­vor­sor­ge an die Hand. „Dazu gehört der bun­des­wei­te Ein­satz von Mas­ken und ziel­ge­rich­te­tes Tes­ten für beson­ders gefähr­de­te Per­so­nen. Ab 01.10. kön­nen die Län­der die Mas­ken­pflicht in den Innen­räu­men nut­zen. Wenn die Situa­ti­on es gebie­tet, gilt auch eine Mas­ken­pflicht bei Außen­ver­an­stal­tun­gen und es kommt zu Ober­gren­zen im öffent­li­chen Raum”, so der SPD-Politiker.

Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Mar­co Busch­mann hob her­vor: „Vor­be­rei­tet sein – Ver­hält­nis­mä­ßig­keit wah­ren – vul­nerable Per­so­nen schüt­zen: An die­sen drei V ori­en­tiert sich unser Coro­na-Schutz­kon­zept für die Zeit ab Okto­ber. Wir neh­men die Pan­de­mie wei­ter ernst. Und vor allem neh­men wir die Grund­rech­te ernst”, ver­si­cher­te der Libe­ra­le. Auch im Herbst und Win­ter gel­te: „Frei­heits­ein­schrän­kun­gen darf es nur geben, wenn sie erfor­der­lich sind. Lock­downs und Aus­gangs­sper­ren erteilt unser Kon­zept des­halb eine Absa­ge. Statt­des­sen set­zen wir auf Maß­nah­men, die wirk­sam sind und zugleich zumut­bar”, so Busch­mann. „Mas­ken schüt­zen. Und in bestimm­ten Situa­tio­nen ist eine Mas­ken­pflicht auch zumut­bar. Des­halb wird es in Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen sowie im Fern­ver­kehr eine Mas­ken­pflicht geben”, sag­te der Minis­ter. Wenn das Pan­de­mie­ge­sche­hen dies erfor­de­re, könn­ten die Län­der dane­ben für wei­te­re Berei­che des öffent­li­chen Lebens in Innen­räu­men eine Mas­ken­pflicht anord­nen. „In Kul­tur, Frei­zeit, Sport und Gas­tro­no­mie muss es aller­dings Aus­nah­men für getes­te­te, frisch­ge­impf­te und frisch­ge­ne­se­ne Per­so­nen geben. In die­sen sozia­len Berei­chen ist es rich­tig, mehr auf die Eigen­ver­ant­wor­tung der Zivil­ge­sell­schaft zu set­zen – so wie es auch die meis­ten ande­ren euro­päi­schen Staa­ten tun”, so der FDP-Poli­ti­ker. Den Schu­len gel­te ein beson­de­res Augen­merk. „Kin­der haben ein Recht auf schu­li­sche Bil­dung und einen mög­lichst unbe­schwer­ten Schul­all­tag. Schul­schlie­ßun­gen darf es des­halb nicht geben. Auch eine pau­scha­le Mas­ken­pflicht an Schu­len wäre nicht ange­mes­sen”, so Busch­mann. Die Län­der wür­den eine Mas­ken­pflicht an Schu­len des­halb nur anord­nen kön­nen, wenn dies erfor­der­lich ist, um wei­ter Prä­senz­un­ter­richt durch­füh­ren zu kön­nen – und auch dann nur für Kin­der ab der fünf­ten Klas­se. „Unser Schutz­kon­zept ist die rich­ti­ge Ant­wort auf die jet­zi­ge Pan­de­miela­ge”, zeig­te sich der Jus­tiz­mi­nis­ter über­zeugt. „Ich bin froh, dass wir uns inner­halb der Bun­des­re­gie­rung so zügig dar­auf ver­stän­digt haben. Wir fol­gen damit genau dem ver­ein­bar­ten Fahr­plan. Bis Ende Sep­tem­ber ist aus­rei­chend Zeit, um das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zu einem über­zeu­gen­den Abschluss zu brin­gen”, so Buschmann.

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