Köln: Kar­di­nal Woel­ki besorgt um ver­ein­sam­te Heiminsassen

Kölner Dom - Römisch-Katholische-Kirche - Apostel Petrus - Domkloster - Köln-InnenstadtFoto: Sicht auf den Kölner Dom (Köln-Innenstadt), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Köl­ner Erz­bi­schof, Kar­di­nal Rai­ner Maria Woel­ki, ist besorgt über die Iso­lie­rung und Ver­ein­sa­mung älte­rer Men­schen in Pfle­ge- und Altenheimen.

„Das ist eine unge­heu­re Her­aus­for­de­rung. Des­halb ist es not­wen­dig, dass wir als Kin­der und als Enkel die alten Leu­te nicht ver­ges­sen, dass wir ver­su­chen, über Sky­pe und Tele­fon den Kon­takt zu hal­ten”, sag­te Woel­ki der „Bild-Zei­tung” (Mitt­wochs­aus­ga­be).

Er selbst tue sich mit dem The­ma schwer. „Mei­ne Mut­ter ist auch in einer sol­chen Ein­rich­tung. Es tut mir für sie sehr weh, dass sie qua­si in einer Qua­ran­tä­ne, in einer Iso­la­ti­on ist. Dort ist sogar die Kapel­le geschlos­sen wor­den. Die Men­schen müs­sen sich dort auf ihre Zim­mer zurück­zie­hen”, so der Köl­ner Erz­bi­schof wei­ter. Er ver­su­che, „jeden Tag mit ihr zu tele­fo­nie­ren”. Wenn es irgend­wie mög­lich sei, rufe er sei­ne Mut­ter abends immer noch ein­mal an, sag­te Woelki.

Zudem befürch­tet er ins­ge­samt einen Anstieg der sozia­len Not in Deutsch­land als Fol­ge der Coro­na­kri­se. „Ich befürch­te ein Anstei­gen der Arbeits­lo­sig­keit. Es ist damit zu rech­nen, dass wir über 2,3 Mil­lio­nen Arbeits­lo­se haben wer­den, Kurz­ar­beit kommt dazu”, so der Köl­ner Erz­bi­schof. „Wirk­lich hart” tref­fe die Coro­na­kri­se die Obdach­lo­sen. Des­halb habe er das Pries­ter­se­mi­nar für sie geöff­net, wo sie eine war­me Mahl­zeit bekä­men und wo sie duschen könnten.

Zudem hält der Kar­di­nal es für gerecht­fer­tigt, wenn Ärz­te in einer Kri­sen­si­tua­ti­on wie der Coro­na-Epi­de­mie ent­schei­den, wel­che Pati­en­ten sie ret­ten und wel­che nicht. „Man muss im letz­ten eine Güter­ab­wä­gung tref­fen: Wer die größ­te Über­le­bens­mög­lich­keit hat, dem muss an ers­ter Stel­le gehol­fen wer­den”, sag­te Woel­ki der „Bild-Zei­tung”. Dort, wo „nach mensch­li­chem Ermes­sen” davon aus­ge­gan­gen wer­den müs­se, dass die Krank­heit „schon so weit fort­ge­schrit­ten” sei, „dass die Gefahr des Todes besteht, da ist sicher­lich in einer sol­chen Güter­ab­wä­gung dem­je­ni­gen, dem Gesund­heit und Leben wahr­schein­lich erhal­ten wer­den kön­nen, der Vor­tritt zu geben”, so der Köl­ner Erzbischof.

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