NRW: Karl-Josef Laumann wurde vor Cyber-Attacke gewarnt

Krankenhaus - Patientenbett - Bett - Krankenbett - Flur - Krankenhaus-FlurFoto: Sicht auf einen Krankenhaus-Flur, Urheber: dts Nachrichtenagentur

NRW-Gesundheitsminister soll bereits im Oktober 2019 vom Chef des BSI auf die deutlich gestiegene Bedrohungslage von Kliniken im Land durch Hackerangriffe hingewiesen worden sein.

Arne Schönbohm habe dringenden Nachholbedarf beim Schutz der Krankenhaus-IT in NRW angemahnt und Unterstützung durch das BSI angeboten, schreibt das Magazin „Business Insider“. Karl-Josef Laumann habe angeblich auf den BSI-Brief bis heute nicht reagiert. Ebenfalls erfolglos blieben laut „Business Insider“ Warnungen der Krankenhausgesellschaft in NRW, dass zu wenig Geld zum Schutz der Klinik-IT zur Verfügung stehe. Auf Anfrage bestätigte das BSI ein entsprechendes Angebot an den Landesminister, schreibt das Magazin.

Ein Sprecher zu Business Insider: „Das Gesprächsangebot erfolgte vor dem Hintergrund der Cyber-Angriffe auf das Lukaskrankenhaus in Neuss sowie auf Kliniken in Rheinland-Pfalz und im Saarland sowie auch der Entscheidung des Ministers, in den nächsten zwei Jahren keine Geldmittel für Investitionen in IT-Sicherheit aus dem Krankenhausstrukturfonds abzurufen. Leider ergab sich bislang noch keine Gelegenheit, ein solches Gespräch zu führen“.

Auch das Gesundheitsministerium räumte die Panne ein: „Das Ministerium hat Ihre Anfrage zum Anlass genommen, den Vorgang zu überprüfen. Dabei wurde festgestellt, dass zu unserem Bedauern nicht auf das Schreiben reagiert wurde. Das Ministerium nimmt dies zum Anlass, Kontakt zum BSI aufzunehmen“, so eine Sprecherin auf Anfrage von Business Insider. Der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty ist empört: „Wenn das zutreffen sollte, dann ist Minister Laumann jetzt in einer schwierigen Lage. Sollte er tatsächlich nicht auf die Hilfsangebote des BSI reagiert und den Hilferuf der Krankenhausgesellschaft ignoriert haben, dann war das schlicht verantwortungslos“.

Offenbar habe Laumann die Dimension des Problems überhaupt nicht erkannt. Am Donnerstag hatten Unbekannte nachts die Server des Krankenhauses lahmgelegt – mit schweren Folgen für Patienten: Hunderte Behandlungen und Operationen mussten wegen des IT-Ausfalls verschoben werden. Eine Patientin verstarb sogar, nachdem sie an ein weiter entferntes Krankenhaus in Wuppertal verwiesen worden war.

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