BMJV: Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um will Coo­kie-Hin­wei­se vereinfachen

Offizielle Webseite der Europäischen Union - Cookie-Hinweis - BannerFoto: Cookie-Hinweis auf der offiziellen Webseite der Europäischen Union, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um will Coo­kie-Aus­wahl­ban­ner im Inter­net nut­zer­freund­li­cher gestalten.

Ver­brau­cher wür­den im Netz oft mit undurch­sich­ti­gem Web-Design, lan­gen Tex­ten und kom­pli­zier­ten Brow­ser­fens­tern kon­fron­tiert, wenn es um das Ein­wil­li­gen zum Sam­meln und Ver­ar­bei­ten von Daten gehe, sag­te Jus­tiz­staats­se­kre­tär Chris­ti­an Kas­trop dem „Han­dels­blatt”. Als Fol­ge klick­ten vie­le schnell und genervt auf „Akzep­tie­ren” – schlimms­ten­falls ohne die Kon­se­quen­zen zu kennen.

Ein­wil­li­gun­gen im Netz sei­en aber nur wirk­sam, wenn sie auf Basis „kla­rer und ver­ständ­li­cher” Infor­ma­tio­nen erfol­gen, so Kas­trop. Des­halb müs­se auch die Ein­wil­li­gung in die Ver­wen­dung von Coo­kies „ein­fach, ver­ständ­lich und rechts­si­cher” aus­ge­stal­tet wer­den. „Wer nicht im Netz mit Coo­kies getrackt wer­den will, muss das im Brow­ser-Fens­ter genau­so leicht Wegkli­cken kön­nen wie das Ein­wil­li­gen ange­klickt wer­den kann”.

Hand­lungs­be­darf sieht auch die Ham­bur­ger Jus­tiz­se­na­to­rin, Anna Gal­li­na (Grü­ne). „Vie­le Men­schen sind genervt von den Coo­kie-Ban­nern, weil sie oft schwer ver­ständ­lich oder umständ­lich sind”, sag­te Gal­li­na dem „Han­dels­blatt”. Wer alle nicht not­wen­di­gen Coo­kies ableh­nen möch­te, müs­se sich häu­fig durch einen „Dschun­gel an Aus­wahl­mög­lich­kei­ten” kämp­fen. „Wir wol­len errei­chen, dass das künf­tig mit einem Klick mög­lich ist”. Für die Ein­wil­li­gung oder Ableh­nung von Coo­kies sol­le es künf­tig zwei Schalt­flä­chen geben. Über eine drit­te Schalt­flä­che kön­ne zudem eine indi­vi­du­el­le Aus­wahl ermög­licht werden.

Deutsch­lands obers­ter Ver­brau­cher­schüt­zer Klaus Mül­ler mahn­te eben­falls kla­re Vor­ga­ben an. „Vie­le Anbie­ter gestal­ten ihre Ban­ner der­art mani­pu­lie­rend, dass die Nut­zer am Ende ent­nervt einer Aus­wer­tung ihres Surf­ver­hal­tens und Inter­es­sen zustim­men – und es eben kei­ne infor­mier­te und freie Ein­wil­li­gung gibt”, sag­te der Chef des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­bands der Zei­tung. Mül­ler for­dert, dass Web-Brow­ser und Betriebs­sys­te­me so vor­ein­ge­stellt sein soll­ten, dass eine Ana­ly­se des Surf­ver­hal­tens von Nut­zern zu Wer­be­zwe­cken „grund­sätz­lich abge­lehnt” wer­de. „Soll­ten Ver­brau­cher dies anders wün­schen, könn­ten sie dies an zen­tra­ler Stel­le im Web-Brow­ser oder Betriebs­sys­tem einstellen”.

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