Bun­des­po­li­zei: Anfor­de­run­gen an Bewer­bern wur­den gesenkt

Bundespolizei - Polizistin - Polizei - Person - UniformFoto: Sicht auf eine Bundespolizistin, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Um neu geschaf­fe­ne Stel­len beset­zen zu kön­nen, hat die Bun­des­po­li­zei die Anfor­de­run­gen an Bewer­ber gesenkt.

Bei den Deutsch­tests für den mitt­le­ren Dienst sei zum Bei­spiel die Feh­ler­to­le­ranz im Dik­tat ange­ho­ben wor­den, berich­ten die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Mon­tags­aus­ga­ben). Beim Fit­ness-Test sei­en Weit­sprung und Lie­ge­stüt­zen durch einen Pen­del­l­auf ersetzt worden.

Der FDP-Innen­po­li­ti­ker Kon­stan­tin Kuh­le sag­te den Fun­ke-Zei­tun­gen, die Schaf­fung zahl­rei­cher neu­er Stel­len bei der Bun­des­po­li­zei stel­le die Behör­de vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen. „Dabei darf die Qua­li­tät der Aus­bil­dung nicht lei­den”, warn­te er. Die Bun­des­po­li­zei müs­se die Aus­bil­dung „wei­ter aus­bau­en, wenn auch neu geschaf­fe­ne Stel­len zeit­nah besetzt wer­den sollen”.

Wie aus der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on her­vor­geht, haben 2009 und 2015 alle Anwär­ter für den geho­be­nen Dienst die Prü­fun­gen bestan­den, im Durch­schnitt der letz­ten zehn Jah­re sind jeweils weni­ger als fünf Poli­zei­an­wär­ter durch­ge­fal­len. Von den 440 Anwär­tern aus dem Jahr 2019 haben bis­lang nur zwölf die Prü­fun­gen nicht bestanden.

Wie die Bun­des­po­li­zei den Fun­ke-Zei­tun­gen mit­teil­te, gehen allein im lau­fen­den Jahr 853 Poli­zei­be­am­te in den Ruhe­stand. Gleich­zei­tig hat der Bun­des­tag zusätz­li­che Stel­len geneh­migt. Nach Anga­ben der Pots­da­mer Behör­de beträgt der Brut­to­auf­wuchs der Bun­des­po­li­zei für das Haus­halts­jahr 2020 genau 2.150 Plan­stel­len. Die Zahl aller Anwär­ter in der teils drei­jäh­ri­gen Aus­bil­dung gab die Bun­des­po­li­zei mit 7.420 an.

Der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Gewerk­schaft der Poli­zei (GdP), Jörg Radek, sag­te den Fun­ke-Zei­tun­gen, „um Defi­zi­te aus­zu­glei­chen bedarf es aber ver­än­der­ter Aus­bil­dungs- und Stu­di­en­plä­ne, mit mehr Pra­xis­an­tei­len zum Bei­spiel durch Ein­satz­trai­ning”. Er sprach von einer „Anpas­sung an die gesell­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen jun­ger Men­schen in Bezug auf die geis­ti­gen und kör­per­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den Polizeiberuf”.

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