Poli­tik: Bun­des­re­gie­rung warnt vor Mafia-Geschäf­ten mit Lebensmitteln

Früchte - Obst - Gemüse - Stand - Verkaufsstand - Preise - Schilder - Tüten - TaschenFoto: Früchte auf einem Verkaufsstand, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­re­gie­rung warnt vor Geschäf­ten der ita­lie­ni­schen Mafia mit min­der­wer­ti­gen Lebens­mit­teln in Deutschland.

Für die Orga­ni­sa­tio­nen der Ita­lie­ni­schen Orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät (IOK) stel­le „der Han­del mit min­der­wer­ti­gen Agrar­er­zeug­nis­sen und Lebens­mit­teln ein Betä­ti­gungs­feld dar, in dem hohe Gewin­ne erzielt wer­den kön­nen”, heißt es in einer Ant­wort des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, über wel­che die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Mitt­wochs­aus­ga­ben) berich­ten. Aus Ermitt­lungs­ver­fah­ren der Poli­zei und Infor­ma­tio­nen aus Ita­li­en wur­den laut Bun­des­re­gie­rung „ver­ein­zelt Erkennt­nis­se gewon­nen”, dass Mafia-Grup­pen „gefälsch­te oder min­der­wer­ti­ge Agrar­er­zeug­nis­se oder Lebens­mit­tel in den Ver­trieb bringen”.

Die Sicher­heits­be­hör­den gin­gen von einem „gro­ßen Dun­kel­feld” aus. „Das Ent­de­ckungs­ri­si­ko sowie die Straf­an­dro­hung für die Agie­ren­den sind ver­gleichs­wei­se gering”, heißt es in der Ant­wort wei­ter. Ita­lie­ni­sche orga­ni­sier­te Kri­mi­nel­le nutz­ten zudem die „logis­ti­sche Infra­struk­tur des Lebens­mit­tel­han­dels zum Trans­port ande­rer ille­ga­ler Güter”. Zumeist han­de­le es sich „um den Trans­port von Rausch­gift, wel­ches in lega­ler Ladung wie bei­spiels­wei­se Obst in Con­tai­nern oder Lkw ver­steckt wird”, heißt es in der Ant­wort des Innen­mi­nis­te­ri­ums, über wel­che die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe berichten.

Einer­seits hät­ten die Sicher­heits­be­hör­den Erkennt­nis­se dar­über, dass in Deutsch­land Gas­tro­no­men teil­wei­se zum Ver­kauf „min­der­wer­ti­ger Lebens­mit­tel­pro­duk­te” gezwun­gen wür­den. Dabei gehe es um Klein­be­trie­be wie Restau­rants und Piz­ze­ri­en. Ande­rer­seits wür­den ita­lie­ni­sche Restau­rants in Deutsch­land durch Mafia-Grup­pen dem­nach auch „als logis­ti­scher Stütz­punkt” genutzt, etwa um „geschäft­li­che Abspra­chen” zu tref­fen oder Per­so­nen „Unter­schlupf und Arbeits­mög­lich­keit” zu geben, die sich aus Ita­li­en abset­zen muss­ten, heißt es in der Ant­wort wei­ter. Kon­kre­te Anga­ben über den ille­ga­len Han­del mit Lebens­mit­tel­pro­duk­ten habe die Bun­des­re­gie­rung in ihrer Ant­wort nicht gemacht, berich­tet die Zei­tung weiter.

Laut Exper­ten han­de­le es sich vor allem um Geschäf­te mit Oli­ven­öl und Wein. „Kri­mi­nel­le Grup­pen stel­len bil­lig Oli­ven­öl her, eti­ket­tie­ren es um, ver­kau­fen das Öl teu­er im euro­päi­schen Aus­land”, sag­te Fabri­zio Rel­la, Ver­bin­dungs­be­am­ter der ita­lie­ni­schen Finanz­po­li­zei Guar­dia di Finan­za in Deutsch­land, den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe. Das Geschäft mit Lebens­mit­teln sei für die Mafia „sehr ren­ta­bel. Und sie nut­zen Far­men, Han­dels­un­ter­neh­men und Restau­rants auch für die Geld­wä­sche aus ihren Dro­gen­ge­schäf­ten”, so Rel­la weiter.

Die innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, Ire­ne Miha­lic, for­dert von der Bun­des­re­gie­rung einen stär­ke­ren Ein­satz gegen die Mafia-Geschäf­te mit Lebens­mit­teln: „Der Kampf gegen die Orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät ist kein Sprint son­dern ein Mara­thon, daher müs­sen die Sicher­heits­be­hör­den unbe­dingt per­so­nell und mate­ri­ell in die Lage ver­setzt wer­den auch lang­wie­ri­ge und kom­ple­xe Ermitt­lun­gen durch­zu­füh­ren”, sag­te Miha­lic den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe. Zudem müss­ten „prä­ven­ti­ve Maß­nah­men” ergrif­fen wer­den. „So könn­ten zum Bei­spiel spe­zi­ell zuge­schnit­te­ne Bera­tungs- und Hilfs­an­ge­bo­te bedroh­te Gas­tro­nom­in­nen und Gas­tro­no­men unter­stüt­zen”, so die Grü­nen-Poli­ti­ke­rin weiter.

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