Poli­tik: CSU bie­tet Kom­pro­miss bei Grund­ren­te an

Rentner - Senioren - Rollstuhl - Gebäude - Straße - Mann - FrauFoto: Senioren mit Rollstuhl, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Uni­on und SPD ste­hen im Streit um die Grund­ren­te offen­bar kurz vor einer Einigung.

„Wir sind opti­mis­tisch, nächs­te Woche zu einer Lösung zu kom­men”, sag­te der baye­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent und CSU-Chef, Mar­kus Söder, der „Süd­deut­schen Zei­tung” (Fei­er­tags­aus­ga­be). Im Gegen­zug for­dert er ein Ent­ge­gen­kom­men der SPD zur Stär­kung der Kon­junk­tur: „Wir brau­chen ein gro­ßes Leis­tungs­pa­ket, mit dem die gro­ße Koali­ti­on zeigt, dass sie noch groß han­deln kann”, so der baye­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent weiter.

Er ver­langt spür­ba­re Ent­las­tun­gen für die Wirt­schaft: So soll die Unter­neh­mens­steu­er laut CSU von 32 auf 25 Pro­zent gesenkt wer­den. Zudem sol­le die Sen­kung der EEG-Umla­ge vor­ge­zo­gen wer­den, um Strom güns­ti­ger zu machen. Wenn sich der Koali­ti­ons­aus­schuss am Mon­tag­abend in Ber­lin trifft, sol­len die wich­ti­gen Fra­gen zur Grund­ren­te geklärt sein. An die­sem Don­ners­tag ver­han­delt die Arbeits­grup­pe noch über Details. So könn­te der zuletzt dis­ku­tier­te Ein­kom­mens­frei­be­trag von 1.200 Euro künf­tig zwi­schen 800 und 900 Euro lie­gen. Die Gesamt­kos­ten für die Grund­ren­te soll­ten unter zwei Mil­li­ar­den Euro bleiben.

Der größ­te Streit­punkt: Die SPD for­der­te eine Grund­ren­te ohne Bedürf­tig­keits­prü­fung, die Uni­on dage­gen poch­te auf den Koali­ti­ons­ver­trag, der eine sol­che Prü­fung vor­sieht. Söder sag­te, man müs­se die Sum­me der Gesamt­ein­künf­te betrach­ten. Auch für die CSU gel­te: „Wir wol­len eine Gerech­tig­keits­lü­cke schlie­ßen”, so der CSU-Chef wei­ter. Ihre Kom­pro­miss­be­reit­schaft will sich die CSU durch nied­ri­ge­re Unter­neh­men­steu­ern und Strom­prei­se ent­loh­nen las­sen – eine bis zu zehn Mil­li­ar­den Euro teu­re Ent­las­tung der Wirt­schaft. Finan­ziert wer­den soll sie durch Steu­er­mehr­ein­nah­men des Bundes.

Söders Kal­kül: Mit der Eini­gung bei der Grund­ren­te und einem Kon­junk­tur­pa­ket könn­ten SPD und Uni­on jeweils wich­ti­ge Erfol­ge für sich ver­bu­chen, die Gro­ße Koali­ti­on hät­te ihre Hand­lungs­fä­hig­keit bewie­sen. „Wir wol­len die Wett­be­werbs­fä­hig­keit mit dem sozia­len Cha­rak­ter ver­bin­den”, sag­te Söder der „Süd­deut­schen Zei­tung”. Sein Vor­stoß ist auch als Appell der Mäßi­gung an die Kri­ti­ker der Gro­ßen Koali­ti­on zu ver­ste­hen – in der SPD wie in der Uni­on. Die Wäh­ler dürf­ten erwar­ten, dass das Land ver­nünf­tig regiert wer­de, so der CSU-Chef. Man dür­fe sich „heu­te nicht mit Per­so­nal­fra­gen, son­dern mit Sach­fra­gen beschäf­ti­gen”, so der baye­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent weiter.

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