Poli­tik: Lam­brecht bekommt geteil­tes Echo für Waffenrecht-Vorstoß

Christine Lambrecht - Politikerin - SPD - Bundesministerin der Justiz und für VerbraucherschutzFoto: Die Justiz- und Verbraucherschutzministerin Christine Lambrecht, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Vor­stoß für schär­fe­res Waf­fen­recht von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD) stößt auf ein unter­schied­li­ches Echo.

Von den Grü­nen kommt Unter­stüt­zung, die FDP lehnt die von ihr ins Spiel gebrach­te Regel­ab­fra­ge beim Ver­fas­sungs­schutz vor Ertei­lung einer Waf­fen­er­laub­nis ab. Und auch die Uni­on reagiert zurück­hal­tend. „Aktu­ell bera­ten wir die Umset­zung der EU-Feu­er­waf­fen­richt­li­nie. In die­sem Zusam­men­hang wer­den wir sehr genau prü­fen, ob es noch wei­ter­ge­hen­der Ände­run­gen bedarf”, sag­te der CDU-Innen­po­li­ti­ker Mathi­as Mid­del­berg dem „Han­dels­blatt” (Mon­tag­aus­ga­be).

Er erin­ner­te zugleich dar­an, dass bereits in der letz­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode das gel­ten­de Recht geän­dert wor­den sei. Die Waf­fen­be­hör­den könn­ten seit­dem Erkennt­nis­se der Ver­fas­sungs­schutz­be­hör­den leich­ter ein­be­zie­hen und waf­fen­recht­li­che Erlaub­nis­se widerrufen.

Der innen­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on, Kon­stan­tin Kuh­le, gab zu beden­ken, dass schon nach dem heu­ti­gen Waf­fen­recht Rechts­ex­tre­mis­ten nicht über die erfor­der­li­che Zuver­läs­sig­keit zum Waf­fen­be­sitz verfügten.

„Da der Ver­fas­sungs­schutz beim mut­maß­li­chen Kom­pli­zen im Mord­fall Lüb­cke sogar in die Prü­fung invol­viert war, hät­te eine Regel­ab­fra­ge nichts gebracht”, sag­te Kuh­le dem „Han­dels­blatt”. „Um nicht aus Aktio­nis­mus lega­le Waf­fen­be­sit­zer wie Sport­schüt­zen und Jäger unter Gene­ral­ver­dacht zu stel­len, soll­te eine sol­che Abfra­ge beim Ver­fas­sungs­schutz auch wei­ter­hin nur erfol­gen, soweit Anhalts­punk­te für eine extre­mis­ti­sche Gesin­nung und Gewalt­be­reit­schaft erkenn­bar sind.”

Der Grü­nen-Frak­ti­ons­vi­ze Kon­stan­tin von Notz spricht dage­gen von einer über­fäl­li­gen Reform des Waf­fen­rechts. „Wir sind gespannt, ob der Vor­stoß der Jus­tiz­mi­nis­te­rin koali­ti­ons­in­tern abge­stimmt ist und es hier nun end­lich zu ech­ten Ver­bes­se­run­gen im Sin­ne der inne­ren Sicher­heit kommt”, sag­te von Notz dem „Han­dels­blatt”.

Der Bun­des­re­gie­rung warf er vor, jah­re­lang For­de­run­gen nach Geset­zes­ver­schär­fun­gen „weit­ge­hend igno­riert” zu haben. „Hier­durch ist es zu ech­ten Gefähr­dun­gen für die inne­re Sicher­heit gekom­men.” Mit dem Vor­stoß Lam­brechts habe die Bun­des­re­gie­rung nun „eine lupen­rei­ne 180-Grad-Kehrt­wen­de hingelegt”.

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