Poli­tik: Regie­rung hat noch kei­ne Alter­na­ti­ve für Uploadfilter

Männer - Personen - Laptop - Surfen - SitzplatzFoto: Zwei Personen surfen mit dem Laptop im Internet, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der­zeit ist noch völ­lig offen, wie die Bun­des­re­gie­rung ihr Ver­spre­chen ein­lö­sen will, Upload­fil­ter beim neu­en EU-Urhe­ber­recht zu verhindern.

Das geht aus der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on her­vor, über die das „Han­dels­blatt” berich­tet. Dort heißt es, das zustän­di­ge Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um habe „mit der Erar­bei­tung eines Ent­wurfs für ein Gesetz” zur Umset­zung der EU-Richt­li­nie in deut­sches Recht begonnen.

Aber: „Die Fra­ge, wel­chen Vor­schlag die Bun­des­re­gie­rung dem Deut­schen Bun­des­tag zur Umset­zung des Arti­kels 17 … unter­brei­ten wird, ist noch nicht ent­schie­den.” Mit Arti­kel 17 der EU-Richt­li­nie soll künf­tig die Rege­lung gel­ten, dass Platt­for­men wie You­tube bereits beim Hoch­la­den über­prü­fen müs­sen, ob in Inhal­ten urhe­ber­recht­lich geschütz­tes Mate­ri­al steckt. Exper­ten gehen davon aus, dass dies nur über auto­ma­ti­sier­te Fil­ter gesche­hen kann. Kri­ti­ker fürch­ten dar­um, dass mehr Mate­ri­al als nötig im Fil­ter „hän­gen­bleibt”, was die Mei­nungs­frei­heit im Inter­net ein­schrän­ken würde.

In ihrer Ant­wort auf die Klei­ne Anfra­ge der FDP beteu­ert die Bun­des­re­gie­rung, Ziel sei es nach wie vor, das Instru­ment „Upload­fil­ter” so weit wie mög­lich über­flüs­sig zu machen. Doch offen­bar sind die Exper­ten des Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums rat­los, wie das gesche­hen soll. Zumin­dest ver­schick­te das Res­sort von Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD) ein Schrei­ben an Exper­ten, mit der Auf­for­de­rung, „kon­kre­te Rege­lungs­tex­te” für die Umset­zung in das deut­sche Recht einzureichen.

In der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der FDP heißt es dazu nun, das Minis­te­ri­um wer­de „die abge­ge­be­nen Stel­lung­nah­men ver­öf­fent­li­chen, aus­wer­ten und die Ergeb­nis­se die­ser Prü­fung in die Über­le­gun­gen auch bei der Umset­zung von Arti­kel 17” ein­be­zie­hen. „Die Regie­rung muss end­lich zuge­ben, dass sie uns Upload­fil­ter ein­ge­brockt hat”, sag­te FDP-Rechts­po­li­ti­ker Roman Mül­ler-Böhm dem „Han­dels­blatt”. Das sei ein „Erd­be­ben” für die Mei­nungs­frei­heit im Internet.

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