Poli­tik: Rufe nach zwei­ter Amts­zeit für Frank-Wal­ter Steinmeier

Frank-Walter - Steinmeier - Bundespräsident - SPD - PolitikerFoto: Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Zur Halb­zeit von Frank-Wal­ter Stein­mei­er im Bun­des­prä­si­den­ten­amt befür­wor­ten Poli­ti­ker par­tei­über­grei­fend eine zwei­te Amts­zeit des Staatsoberhaupts.

„Aus mei­ner Sicht spricht nichts gegen eine wei­te­re Amts­zeit, wenn Herr Stein­mei­er noch ein­mal kan­di­diert”, sag­te Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­dent Wolf­gang Kubicki (FDP) den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Don­ners­tag­aus­ga­ben).

Der frü­he­re Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Peter Ram­sau­er wür­de es eben­falls begrü­ßen, wenn Stein­mei­er im Früh­jahr 2022 noch ein­mal antre­ten würde.„Er hat sich zu einem in jedem Sin­ne des Wor­tes bür­ger­li­chen Prä­si­den­ten unse­res Lan­des ent­wi­ckelt. Wenn er und sei­ne Frau mögen, wür­de ich mich über eine zwei­te Amts­zeit echt freu­en”, so der CSU-Poli­ti­ker weiter.

Bei­fall kommt auch von der Lin­ken. Der Chef der euro­päi­schen Lin­ken und Ex-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Gre­gor Gysi sag­te, Stein­mei­er sei ein guter Bun­des­prä­si­dent. „Dass er der AfD abspricht, die bür­ger­li­che Mit­te dar­zu­stel­len, geht mehr als in Ord­nung”, so der Lin­ken-Poli­ti­ker wei­ter. Gysi hält dem Bun­des­prä­si­den­ten aber vor, nach dem Schei­tern der Jamai­ka-Ver­hand­lun­gen die Wei­chen falsch gestellt zu haben. „Er hät­te die SPD-Füh­rung nicht drän­gen sol­len, die drit­te gro­ße Koali­ti­on ein­zu­ge­hen”, sag­te Gysi.

Der außen­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, Omid Nou­ripour, sag­te, zu Beginn sei­ner Amts­zeit sei Stein­mei­er sehr still gewe­sen. „Aber mich beein­druckt, wie er jetzt sein Kern­the­ma ver­folgt, die Demo­kra­tie mit einer Klam­mer zusam­men­zu­hal­ten”, so der Grü­nen-Poli­ti­ker wei­ter. Die außen­po­li­ti­sche Agen­da des lang­jäh­ri­gen Chef­di­plo­ma­ten Stein­mei­er, der an die­sem Don­ners­tag zu einer zwei­tä­gi­gen Ita­li­en-Rei­se auf­bricht, sei ambi­tio­niert, was Deutsch­lands Anse­hen in der Welt gut tue, sag­te Nou­ripour. Er sprach aber auch einen Punkt an, der einer mög­li­chen Wie­der­wahl Stein­mei­ers im Wege ste­hen könn­te: „Er hat nur einen ‘Makel‘: Er ist kei­ne Frau”, so der Grü­nen-Außen­po­li­ti­ker. Unge­wiss sind die künf­ti­gen Mehr­heits­ver­hält­nis­se in der Bundesversammlung.

Stein­mei­ers Amts­zeit läuft bis zum Früh­jahr 2022. Zudem könn­te die Uni­on geneigt sein, nach Joa­chim Gauck und Stein­mei­er nicht zum drit­ten Mal infol­ge einen Kan­di­da­ten mit­zu­wäh­len, der nicht aus dem eige­nen Lager kommt.

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