NRW: Grü­ne wol­len eige­nen Spit­zen­kan­di­da­ten vorschlagen

Landtag - Nordrhein-Westfalen - Regierungsviertel - Landeshauptstadt Düsseldorf - Gebäude - Düsseldorf-UnterbilkFoto: Sicht auf den Landtag Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Grü­nen­wol­len sich noch im Okto­ber auf einen Spit­zen­kan­di­da­ten für die Land­tags­wahl im kom­men­den Mai einigen.

„Wir wer­den im Okto­ber dazu unse­ren inhalt­li­chen und per­so­nel­len Vor­schlag machen”, sag­te Co-Frak­ti­ons­chefin Jose­fi­ne Paul der „Rhei­ni­schen Post” (Don­ners­tag­aus­ga­be). Im Dezem­ber wer­de dann der Par­tei­tag dar­über ent­schei­den. Ob sie oder ihre Amts­kol­le­gin Vere­na Schäf­fer inter­es­siert wären, blieb offen: „Es ist sicher­lich ein schö­nes Amt und eine gro­ße Her­aus­for­de­rung, aber Sie wer­den jetzt kei­nen Namen von mir hören”, so Schäf­fer. Eine Zer­reiß­pro­be ob der Ent­schei­dung befürch­te sie nicht: „Wir sind als Frak­ti­ons- und Par­tei­spit­ze ein ein­ge­spiel­tes Team und haben gemein­sam das Ziel, ein sehr gutes Ergeb­nis bei der Wahl zu errei­chen. Das geht nur geschlos­sen”. Es gehe jetzt ein­zig um die stra­te­gi­sche Fra­ge, „wen wir nach vor­ne stel­len wol­len. Aber am Ende wer­den alle ihre Rol­le im Wahl­kampf zu spie­len haben”.

Neben Paul und Schäf­fer gilt die Grü­nen-Lan­des­vor­sit­zen­de Mona Neu­baur als Anwär­te­rin auf den Spit­zen­kan­di­da­ten-Pos­ten. Die SPD will mit dem NRW-Vor­sit­zen­den und Frak­ti­ons­chef Tho­mas Kutscha­ty in den Land­tags­wahl­kampf zie­hen, die CDU aller Vor­aus­sicht nach mit NRW-Ver­kehrs­mi­nis­ter und desi­gnier­tem Minis­ter­prä­si­den­ten Hen­drik Wüst. Schäf­fer erwar­tet von Wüst eine Regie­rungs­er­klä­rung. Dar­in müs­se er klar sagen, „was er in den nächs­ten sie­ben Mona­ten für das Land plant”, sag­te sie der „Rhei­ni­schen Post”. Der CDU-Poli­ti­ker wer­de sich jetzt als der Mann des Auf­bruchs insze­nie­ren: „Aber er ist seit 2017 Minis­ter und hat in die­sem Kabi­nett alle Ent­schei­dun­gen mit zu ver­ant­wor­ten”, so die Grü­nen-Poli­ti­ke­rin. Amts­kol­le­gin Jose­fi­ne Paul ergänz­te: „Hen­drik Wüst gefällt sich sehr auf Bil­dern mit Fahr­rad­helm und Lie­ge­rad, schau­en wir aber auf das tat­säch­lich Erreich­te, sind bei­spiels­wei­se beim Rad­schnell­weg Ruhr von rund 100 Kilo­me­tern gera­de ein­mal zehn gebaut.” Wenn das Land in dem Tem­po wei­ter­ma­che, wer­de es nie bei einem Rad­an­teil von 25 Pro­zent ankom­men. „Auch bei der Elek­tri­fi­zie­rung und Reak­ti­vie­rung alter Bahn­stre­cken im länd­li­chen Raum ist der Minis­ter Ergeb­nis­se schul­dig geblie­ben”, so Paul weiter.

Wüst, aktu­ell Ver­kehrs­mi­nis­ter, wur­de vom amtie­ren­den NRW-Minis­ter­prä­si­den­ten Armin Laschet (CDU) als Nach­fol­ger vor­ge­schla­gen. Am 27. Okto­ber 2021 stellt er sich im Land­tag zur Wahl. Die NRW-Grü­nen-Frak­ti­ons­spit­ze for­dert nach der Land­tags­wahl im Mai auch eine neue Leit­ent­schei­dung für das Braun­koh­le­re­vier. Eine neue Lan­des­re­gie­rung müs­se „die fünf wei­te­ren in Rede ste­hen­den Dör­fer mit einer neu­en Leit­ent­schei­dung gleich zu Beginn der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode ret­ten”, sag­te Schäf­fer der Zei­tung. „Die­se Lan­des­re­gie­rung ist dazu offen­bar nicht wil­lens.” Mit Blick auf die gefähr­de­ten Dör­fer dürf­ten kei­ne Fak­ten geschaf­fen wer­den, ehe nicht alle Rechts­fra­gen abschlie­ßend geklärt seien.

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