NRW: Kos­ten für Lol­li-Tests an Grund- und Förderschulen

Schultor - Schloss - Kette - Schulhof - Schule - Türklinke - Türgriff - SchulgeländeFoto: Abgeschlossenes Schultor, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Anders als in den Kitas sol­len an Grund- und För­der­schu­len in NRW die Lol­li-Tests wie geplant zum Ein­satz kommen.

„Das Land über­nimmt die voll­stän­di­ge Finan­zie­rung der Lol­li-Tests”, sag­te NRW-Schul­mi­nis­te­rin Yvonne Gebau­er der „Rhei­ni­schen Post” (Sams­tag­aus­ga­be). „Das schließt auch die Logis­tik­kos­ten für die Schul­trä­ger mit ein”. Das Inter­es­se der Schul­trä­ger sei groß „und ich bin zuver­sicht­lich, dass am Ende alle mit­ma­chen wer­den”, so Gebau­er. Ziel sei es, die Lol­li-Tests flä­chen­de­ckend bis Mit­te Mai an rund 3.700 Grund- und För­der­schu­len in NRW anzu­bie­ten, hieß es im Schulministerium.

Zuvor hat­te eine inter­ne Dienst­mail des Schul­mi­nis­te­ri­ums an die Bezirks­re­gie­run­gen für Auf­se­hen gesorgt. In dem Schrei­ben, über das die „Rhei­ni­sche Post” berich­tet, heißt es etwa, Lehr­kräf­te müss­ten ver­bind­li­che Lis­ten für die fes­ten Pools in den Lern­grup­pen erstel­len und die­se an den Test­ta­gen doku­men­tie­ren. Leh­rer müss­ten als Kon­takt­per­so­nen für die Labo­re not­falls mit ihrem Pri­vat­han­dy bis 21:00 Uhr abends erreich­bar sein. Die Vor­ga­ben stie­ßen auf Kri­tik: „Soll­ten Schul­lei­tun­gen um 21:00 Uhr von einem posi­ti­ven Test erfah­ren, müs­sen sie dann noch sämt­li­che Eltern abte­le­fo­nie­ren und den nächs­ten Schul­tag kom­plett neu pla­nen”, sag­te Mai­ke Fin­nern, Lan­des­vor­sit­zen­de der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft der Redak­ti­on. Den­noch hält sie die Tests für gut geeig­net, weil die­se in der Hand­ha­bung für die Kin­der ein­fa­cher seien.

Fin­nern for­der­te daher eine Unter­stüt­zung der Schul­lei­tun­gen, etwa durch Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen. „Wir begrü­ßen die Lol­li­tests. Die Orga­ni­sa­ti­on geht aber völ­lig an der Pra­xis vor­bei”, sag­te die bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der oppo­si­tio­nel­len Grü­nen-Frak­ti­on im Land­tag, Sig­rid Beer. Die Logis­tik sei völ­lig unzu­mut­bar. Hin­zu kom­me, dass vie­le Grund­schu­len kaum noch Sekre­ta­ri­ats­ka­pa­zi­tä­ten hät­ten und Schul­lei­ter in der Pri­mar­stu­fe häu­fig auch noch sehr viel unter­rich­ten müss­ten. Auch Beer for­dert Unter­stüt­zung durch exter­ne Kräf­te. Dazu sag­te die Schul­mi­nis­te­rin: „Das Ver­fah­ren erfor­dert eine gemein­sa­me Kraft­an­stren­gung aller Betei­lig­ten. Aber der Auf­wand lohnt sich. Die Tests sind noch siche­rer und kind­ge­rech­ter.” Die Logis­tik wer­de vom Land mit­hil­fe der Schul­trä­ger zen­tral orga­ni­siert, so dass es zu kei­ner Mehr­be­las­tung von schu­li­schem Per­so­nal kom­me. Zusätz­li­ches exter­nes Per­so­nal sei nicht notwendig.

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